Johannes Brahms zum 175. Geburtstag

Seien es die 21 Ungarischen Tänze, seine vier Sinfonien oder die 15 Neuen Liebeslieder – die Werke von Johannes Brahms gehören bis heute zum Standardrepertoire aller großen Sinfonieorchester dieser Welt. Erst im Februar dieses Jahres erhielten der Rundfunkchor Berlin zusammen mit den Berliner Philharmonikern für die Einspielung von Brahms “Ein Deutsches Requiem” unter der Leitung von Sir Simon Rattle einen Grammy (Musik-Oscar) für die beste Chor-Aufführung. Grund genug also, heute einem der größten deutschen Komponisten zu gedenken, dessen Geburtstag sich zum 175. Mal jährt.

Johannes Brahms Rückblick: Johannes Brahms wurde am 7. Mai 1833 in Hamburg geboren. Sein Vater – der mit Horn und Kontrabass den Lebensunterhalt verdiente – erkannte früh das Talent seines zweiten Kindes. Mit sieben Jahren erhielt Brahms Klavierunterricht, mit 16 Jahren komponierte er seine “Phantasien über einen beliebten Walzer”. 1853 notierte der ungarische Violinist Joseph Joachim, nachdem er die Bekanntschaft des mittlerweile 20jährigen Brahms gemacht hatte, über diesen: “In seinem Spiele ist ganz das intensive Feuer, jene, ich möchte sagen, fatalistische Energie und Präzision des Rhythmus, welche den Künstler prophezeien, und seine Kompositionen zeigen schon jetzt so viel Bedeutendes, wie ich es bis jetzt noch bei keinem Kunstjünger seines Alters getroffen.”

Joachim war es auch, der Brahms riet, sich an Robert Schuhmann zu wenden. Dieser war vom Talent des jungen Komponisten dann auch sehr angetan. Im Oktober 1853 schrieb er in seiner “Neuen Zeitschrift für Musik” einen begeisterten Artikel über Brahms und gab damit die Initialzündung für dessen weitere Karriere. Bevor ich nun an dieser Stelle einmal mehr Brahms Lebenslauf darstelle, verweise ich lieber auf den lesenswerten Wikipedia-Beitrag, den entsprechenden Eintrag beim Who’s Who oder die sehr ausführliche (wenn auch inzwischen von neuerer Forschung teilweise korrigierte), voll digitalisierte Brahms Biografie von Max Kahlbeck.

Kulturelles zum Brahms-Jahr Kulturelles zum Brahms-Jahr

Kleiner Kulturtipp zum Abschluss: Im Rahmen des Brahms-Jahres 2008 zeigt das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck ab dem 7. Mai eine neue Ausstellung. Bis Ende August werden aus der Instituts-Sammlung Musikhandschriften, Briefe, Notendrucke und Fotografien zum Thema “Johannes Brahms – Ikone der bürgerlichen Lebenswelt” präsentiert. Zudem lädt die Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein vom 7. Mai bis zum 8. Juni 2008 zu den alljährlichen Brahms-Wochen in Heide und Umgebung ein. Das Konzert-Programm gibt’s hier (als .pdf). Last but not least gedenkt das Brahms-Museum Hamburg dem große Sohn der Hansestadt am 29. Mai 2008 mit einem Festkonzert im Lichthof der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg sowie noch bis zum 3. Juli 2008 mit einer vierzehntägigen Ringvorlesung inklusive Konzertteil.


Hörproben:
Intermezzo Nr. 3 C-Dur op. 119 (eingespielt von Ossip Gabrilowitsch, 1905)
Freie Musikstücke bei Piano Society


Quelle: wikipedia, ndr.de, Brahms Institut an der Musikhochschule Lübeck
Foto: Johannes Brahms um 1853 (via wikipedia)
(ENDE) geschichtspuls/07.05.2008/mar

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    5 Kommentare
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    1. es wäre schön (und angemessen), es würde unter den kulturtips auch das hamburger brahms-museum erwähnt – es wird immerhin auch in der aktuellen ausgabe des “fono forum” im zusammenhang mit brahms’ 175. geburtstag gewürdigt.

      beste grüße
      a.g.

    2. Hallo Herr Großmann,
      danke für den Hinweis. Habe ich noch eingefügt.

      @ all: Allgemein gilt, dass solche Kulturtipps auf dem GeschichtsPuls immer nur eine Auswahl darstellen. Wer weitere Angebote und Veranstaltungen kennt, ist herzlich eingeladen, diese über die Kommentarfunktion allen Lesern mitzuteilen.

    3. Welches Brahms-Stück wäre denn ein guter Einstieg für einen Brahms-Einsteiger? Es ist doch immer gut, sich das Werk eines Künstlers von seinem größten “Hit” ausgehend zu erschließen.

      Kann mir da jemand weiterhelfen?

    4. Danke für die Einfügung des Hinweises – das Hamburger Brahms-Museum gedenkt des großen Sohnes der Stadt freilich auch – und nicht zuletzt – durch eine neu sortierte Dauerausstellung, in deren Mittelpunkt der “Hamburger” Brahms steht.

      Eine Empfehlung an Alexander: die Violinsonaten (z.B. in der Neuaufnahme von Antje Weithaas und Silke Avenhaus) und die Liebeslieder-Walzer (in der Neuaufnahme mit Marlis Petersen, Stella Doufexis, Werner Güra und Konrad Jarnot, begleitet von Christoph Berner und Camillo Radicke). Hervorragend auch die Aufnahme der Klavierquintette von Schumann und Brahms mit Leif Ove Andsnes und dem Artemis-Quartett. Viel Vergnügen!

      [@ A.G.: Kommentar vom admin editiert. (Mai war kein Name, sondern die Monatsangabe zum Kommentardatum. Die bisherige Datumsanzeige war da wohl etwas unklar. Habe ich nun geändert, genau wie Ihre Namensangabe.)]

    5. @ Andreas Großmann: Haben Sie recht vielen Dank für die Empfehlungen. Da werde ich gleich mal den Plattenhändler meines Vertrauens aufsuchen.

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