Wiederentdeckt: Sachsens Polizei setzt auf DDR-Reglerstab

Ab Januar wird bei der Polizei in Sachsen wieder flächendeckend der bereits aus DDR-Zeiten bekannte, schwarz-weiße Reglerstab eingesetzt. Allerdings ist die moderne Version nach Angaben des Herstellers Artas – der bereits in den 1960er Jahren Reglerstäbe für die Volkspolizei gefertigt hat – technisch ausgereifter als das Original.

Statt der vier von zwei R-14-Batterien betriebenen Glühbirnen des Ursprungsmodells lassen jetzt sechs Leuchtdioden unter einer transparenten Plastikverschalung den Stab erleuchten. Das optisch schlichte Schwarz-Weiß-Design des Vorgängers wurde indes weitgehend übernommen, wie Artas-Geschäftsführer Gunnar Schlamann bestätigt. Auch die Länge von etwa 40 Zentimetern sei gleich geblieben.

Nach Angaben des Thüringer Innenministeriums wurden bislang 1.500 neue Leuchtregler auf die Streifenwagen verteilt. Sie seien jedoch nicht als Ersatz, sondern vielmehr als Ergänzung zur sonst üblichen rot-grünen Kelle gedacht. Daher könnten die Polizisten auch je nach Situation frei entscheiden, ob sie lieber zum länglichen Lichtstab oder zur rundlichen Kelle greifen.

Die Rückbesinnung ist wohl eine Reaktion auf die Studie einer Arbeitsgruppe der sächsischen Polizei. In ihr wurde die bislang gebräuchliche Winkkelle als ungeeignet für die Verkehrsregelung empfunden. Mit dem Regelstab seien die Weisungen der Polizei bei Ampelausfällen und Unfällen dagegen leichter zu erkennen. Zudem seien die Polizisten dank des helleren weißen Lichts bei nächtlichen Einsätzen oder in der Dämmerung besser geschützt.

Stellt sich noch die Frage, ob dieses Beispiel womöglich auch mal bundesweit Schule machen wird? Zwar gibt es offenbar in den anderen ostdeutschen Ländern noch keine Pläne für eine flächendeckende Wiedereinführung der Stäbe. Doch zumindest in Thüringen werden sie nach Angaben des dortigen Innenministeriums seit August 2007 getestet. Eine Entscheidung über einen dauerhaften Einsatz steht für Februar 2008 an.


Mit Quellen von mz-web.de
(ENDE) ddr-geschichtsblog/06.01.2007/mar

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