Tafelfreude: Universität Frankfurt übernimmt kulinarische Dokumente

Die Frankfurter Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg hat von der TafelKulturStiftung über 50.000 Bücher, Menükarten und Archivalien als Dauerleihgabe erhalten. Die Dokumente sollen so besser der Öffentlichkeit sowie Forschung und Lehre zugänglich gemacht werden. Gleichzeitig bilden sie den Archiv-Grundstock für das von der Stiftung im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen geplante Kochkunstmuseum. Eine derartige, weltweit einzigartige Einrichtung hatte in Frankfurt bereits von 1909 bis zum Zweiten Weltkrieg existiert, war dann aber der Zerstörung anheim gefallen.


Die übergebene Sammlung, so Museumsleiter Walter Schwarz, lässt sich in 16 Teilbereiche gliedern und umfasst unter anderem rund 12.000 Bücher zum Thema Tafelkultur aus allen historischen Epochen, etwa 75 handgeschriebene Rezeptbücher aus drei Jahrhunderten und zirka 16.000 Menü- und Speisekarten von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Hinzu kommt eine umfangreiche Sammlung von internationalen Zeitschriften, Werbemitteilungen, Gastronomie-Kalendern, Rezept-Handschriften oder Kochbuchkatalogen.

Der Vorsitzende der TafelKulturStiftung, Knuth Günther, hob bei der Übergabe hervor, dass die Leihgabe der Bücher, Menükarten und Archivalien nur ein erster Schritt in der Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität sein solle: “Wir möchten uns künftig ebenso für die Einrichtung einer bis dato einzigartigen Professur für Tafelkultur in einem der geisteswissenschaftlichen Fachbereiche der Universität engagieren.” Frankfurt/Main als historisches Zentrum Europas, als einstige Kaiserkrönungsstadt und heutigem Sitz der Europäischen Zentralbank sei ein idealer Standort für eine derartige Einrichtung, um zukünftige Protokollchefs, Veranstaltungsgestalter und an diesem großen kulturellen Thema Interessierte akademisch zu versorgen.

Universitätspräsident Prof. Rudolf Steinberg wertete die Dauerleihgabe als einen weiteren Schritt der Öffnung hin zur Bürgergesellschaft. “Die Übernahme der konservatorischen Verpflichtungen für die Sammlungen des in Gründung befindlichen Kochkunstmuseums beweist außerdem, dass uns auch die Förderung ungewöhnlicher Forschungsbereiche am Herzen liegt”, so Steinberg. Tafelkultur und Kochkunst seien eng mit den Anfängen unserer Zivilisation verknüpft und böten dadurch eine zwar ungewöhnliche aber dennoch logische Plattform zur weiteren Erforschung gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse.


Quelle: Universität Frankfurt/Main
(ENDE) geschichtspuls/22.04.2008/mar

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