“Das HB-Männchen – Werbefigur des Wirtschaftswunders”

Er gilt als die langlebigste Figur der deutschen Werbung und wird in der Fachwelt gerne als “der erste wirkliche Star des aufkommenden Werbefernsehens” bezeichnet. In den 1960er-Jahren brachte er es bei den Deutschen auf einen Bekanntheitsgrad von 96 Prozent und überstieg damit noch die Bekanntheit des Bundeskanzlers. Die Rede ist von “Bruno”, dem HB-Männchen. Unter Werbefachleuten gilt die Figur als “Musterbeispiel für effiziente Markenführung”. Mit weniger Geld sei noch nie so viel erreicht worden – und auch nicht mit viel mehr.

Entwickelt wurde das HB-Männchen von der 1953 gegründeten Düsseldorfer Agentur Werbe-Gramm (später Gramm & Grey) im Auftrag des Zigarettenkonzerns British American Tobacco (B.A.T.). Dieser war mit der Übernahme der Dresdner Zigarettenfabrik “Haus Bergmann” (HB) 1932 groß in Deutschland eingestiegen und versuchte ab Mitte der 1950er Jahre die ersten HB-Filterzigaretten auf dem westdeutschen Markt zu etablieren. Mit einer zeitgemäßen Werbekampagne sollten Raucher davon überzeugt werden, dass die neuen Filterzigaretten schmecken und zudem ohne gesundheitliche Risiken konsumiert werden können. Nach zwei wenig erfolgreichen Werbefiguren, die bei den Konsumenten negativ ankamen, schufen Theo Breidenbach und Roland Töpfer 1957/58 schließlich die Werbefigur “Bruno” – so genannt, da sie in den Augen ihrer Schöpfer “wie ein italienischer Bruno” ausgesehen habe.

Wer wissen will, wie es mit “Bruno” im Fernsehen und auf der Kinoleinwand weiterging, kann dies in einem Artikel von Gerhard Paul nachlesen. In der e-Ausgabe der Zeitschrift «Zeithistorische Forschungen» geht er der Geschichte vom “HB-Männchen – Werbefigur des Wirtschaftswunders” nach, das am Ende der neuen Werbewelt des Marlboro-Mannes zum Opfer fällt. Ein lesenswerter Aufsatz, der ganz nebenbei Interessantes zur allgemeinen und speziell zur Zigaretten-Werbegeschichte enthüllt.


Quelle: Zeitgeschichte Online
(ENDE) geschichtspuls/18.06.2008/mar

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    1. Ja, ja, was haben wir damals noch im Kino gelacht. Ein informativer Aufsatz, der Erinnerungen weckt…

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