Stasi-Ausstellung: “Feind ist, wer anders denkt”

Bereits seit 2008 präsentiert die Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen (BStU) die Wanderausstellung “Feind ist, wer anders denkt”. Vom 22. April bis 14. Mai 2009 ist die Ausstellung nun im Bayerischen Landtag in München zu sehen.

Aktualisierung vom 29. Oktober 2010: Vom 21. Oktober bis zum 17. November 2010 ist die Wanderausstellung im Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Konrad-Adenauer-Straße 4, 70173 Stuttgart) zu sehen, jeweils montags von 10 bis 17 Uhr, dienstags und mittwochs von 08:30 bis 17:00 Uhr, donnerstags von 08:30 bis 19:00 Uhr und freitags von 08:30 bis 16:00 Uhr. Der Eintritt ist frei, für Gruppenführungen wird um vorherige Anmeldung unter Telefon: 0711 212 – 4335 gebeten.

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Die Ausstellung “Feind ist, wer anders denkt” dokumentiert die Entstehung, Aufgaben und Methoden des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). An exemplarisch ausgewählten Daten und Ereignissen der DDR-Geschichte wird erläutert, wie das MfS als “Schild und Schwert der Partei” die Macht der Staatspartei SED sicherte: Etwa durch die Überwachung der eigenen Bevölkerung, die Repressionsmaßnahmen und den Einsatz von Spitzeln, den so genannten inoffiziellen Mitarbeitern (IM).

Die Ausstellung beschränkt sich jedoch nicht auf die Darstellung des Täterapparates: Große Aufmerksamkeit gilt auch dem Schicksal der Menschen, die in das Visier der Staatssicherheit geraten sind. Denn Lebensweisen, die von der Norm abwichen, und politische Vorstellungen, die nicht der Parteidoktrin entsprachen, galten als “staatsfeindlich” und wurden verfolgt. Anhand ausgewählter Biografien werden die oft gravierenden Auswirkungen der geheimpolizeilichen Verfolgung verdeutlicht.

“Feind ist, wer anders denkt” wurde erstmals zum Tag der Deutschen Einheit 2008 in Hamburg präsentiert. Nach Potsdam und Hannover ist München in diesem Jahr die dritte Landeshauptstadt, in der die Ausstellung besucht werden kann. Die Ausstellung ist vom 22. April bis zum 14. Mai 2009 montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr (außer am 1. Mai 2009) geöffnet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BStU stehen interessierten Besucherinnen und Besuchern für Gespräche und Führungen durch die Ausstellung zur Verfügung. Gruppenführungen sind nach Anmeldung möglich (Tel. 089 4126 App. 2234 oder 2602).

Mehr zur Ausstellung:
Feind ist wer anders denkt (Ausstellungsseite der BStU)
Bericht über die Ausstellung in Potsdam (Berliner Zeitung)

Quelle: BStU
(ENDE) geschichtspuls/21.04.2009/mar

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    4 Kommentare
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    1. [...] Die Ausstellung “Feind ist, wer anders denkt” dokumentiert die Entstehung, Aufgaben und Methoden des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). An exemplarisch ausgewählten Daten und Ereignissen der DDR-Geschichte wird erläutert, wie das MfS als “Schild und Schwert der Partei” die Macht der Staatspartei SED sicherte: Etwa durch die Überwachung der eigenen Bevölkerung, die Repressionsmaßnahmen und den Einsatz von Spitzeln, den so genannten inoffiziellen Mitarbeitern (IM). Mehr finden Sie unter geschichtspuls.de [...]

    2. Hallo,
      auch hier in der BRD gibt es zuweilen ähnliche Spielregeln. Als ich noch aktiver Feuerwehrbeamter in
      Hannover war, rügte der Chef mich deutlich, weil ich beim Unterricht über die Maßeinheiten gegen seine Überzeugung abstritt, die Maßeinheit Celsius würde auch im Wetterdienst fallen gelassen und die
      Maßeinheit Kelvin gelte dann für jeden Bürger. Noch heute hat Celsius für alle Gültigkeit. Außerdem rügte ich die Dienstanordnung für das Tragen von Schirmausgehmützen im Rettungsdienst, weil die Mütze im Wind vom Einsatzort flog und wir uns anstatt um den Verletzten um den Verbleib der Mütze kümmern mussten. Die Mütze sollte für die BF werbewirksam sein. Das schrieb ich als Glossenreimferse in der Feuerwehrzeitung “Echo”, die später vom Chef als Angriffsmedium beurteil und eingestellt wurde. Der ltd. Branddirktoer versaute mir zudem mit Hilfe des Personalrates die Prüfungsnote an der Landesfeuerwehr-schule in Celle und ließ mich nach erfolgreichem Psychotest an der Aufstiegsprüfung geschickt nach 1.erfogreichem Abschluss mit Wiederholung durch 2. Prüfung an die Wand laufen. Auch hier ist das “mit den Wölfen heulen” sehr wichtig, wenn man weiter kommen möchte. Nur der Knast bleibt einem in derarigen Fällen erspart, da greifen dann endlich die rechtstaatlichen Spielregeln.
      Frage: War ich dumm oder leichtsinnig, dem Chef nicht schmeichelhaft ins Horn zu blasen ?
      Ich jedenfalls wurde dem leitenden Branddirektor ein persönlicher Feind, weil ich eben anders dachte.

      Mit freundlichen Grüßen Dieter Kaufmann, OBM a.D. / Garbsen / 73 Jahre alt

    3. [...] in allen Teilen der DDR – Bürgerberatung, Anträge auf Akteneinsicht – Teile der BStU-Ausstellung “Feind ist, wer anders denkt” über die Staatssicherheit während der friedlichen Revolution – Präsentation von Tondokumenten [...]

    4. das klingt sehr interessant, schade nur das ich die ausstellung nicht besuchen konnte…

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