Heinrich Brüning – Neuedition seiner Memoiren begonnen

Als sie kurz nach seinem Tod im November 1970 in der Deutschen Verlagsanstalt erschienen, wurden sie rasch zu einem enormen Publikumserfolg: die “Memoiren 1918-1934″ von Heinrich Brüning, dem Reichskanzler der Weimarer Republik in ihren von der Weltwirtschaftskrise geprägten Auflösungsjahren 1930 bis 1932. Doch der von Historikern, Zeitzeugen und politischen Freunden Brünings gleichermaßen als sensationell empfundene Inhalt seiner Erinnerungen löste rasch auch anhaltende Zweifel an deren Quellentreue aus. Erst in jüngster Zeit stellt die Quellenlage sich nun so dar, dass eine Klarheit schaffende historisch-kritische Neuedition in Angriff genommen werden kann.

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Der wiederholt erhobenen Forderung der Wissenschaft nach der Erstellung einer historisch-kritischen Neuausgabe seiner Memoiren stand lange eine testamentarische Verfügung Brünings entgegen. Danach war die Öffnung seines Nachlasses für die Fachwissenschaft erst ab dem Jahre 1990 gestattet. Doch auch nach dem Ablauf der Sperrfrist wurde eine Neuedition der Memoiren durch die Unzugänglichkeit wichtiger Teile des Nachlasses weiter verhindert. Inzwischen sind auch diese für eine historisch-kritische Neuedition notwendigen Quellen in den Archiven der Harvard University für die Forschung verfügbar.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Wirsching hat jetzt Dr. Peer Oliver Volkmann am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Augsburg mit der Bearbeitung des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts “Historisch-kritische Neuedition der Memoiren Heinrich Brünings” begonnen. Volkmann hat an der Universität Augsburg über Brüning promoviert. Seine Dissertation “Heinrich Brüning (1885-1970): Nationalist ohne Heimat. Eine politische Teilbiographie” wurde 2007 von der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Reihe “Forschungen und Quellen zur Zeitgeschichte” publiziert (siehe z.B. Rezension bei Sehepunkte).

Quelle: Universität Augsburg
(ENDE) geschichtspuls/05.11.2009/mar

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