Stasi-Akte von Günter Grass erscheint als Buch

Buch: Im Visier: Die Stasi-Akte von Günter Grass In der DDR galt der Schriftsteller Günter Grass als Gegner des Sozialismus und “Vertreter der Idee einer gesamtdeutschen Kultur und Nation”. Wegen “Provokation” begann die DDR-Staatssicherheit im August 1961 eine Akte über ihn anzulegen. Zuvor hatte sich Grass mit klaren Worten gegen die Drangsalierung seines Kollegen Uwe Johnson ausgesprochen und in einem offenen Brief an den Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht den Bau der Berliner Mauer verurteilt. Noch im März 2010 soll nun die Stasi-Akte des späteren Literatur-Nobelpreisträger als Buch veröffentlicht werden.

In der Ankündigung des Berliner Christoph Links Verlags heißt es dazu:

Die von Kai Schlüter aufbereiteten Akten spiegeln ein wichtiges Stück deutsch-deutscher Zeitgeschichte, denn sie zeigen die oft abenteuerlichen Wege des heimlichen Literaturaustausches zwischen Ost und West, das Lavieren der offiziellen Kulturpolitik und die Mechanismen der Überwachung. Ergänzt werden die Stasi-Materialien durch Dokumente und Fotos sowie ausführliche Kommentare von Günter Grass und den damals beteiligten Kollegen, die manches richtig stellen.

Einen ersten kleinen Einlick in das Ausmaß der Überwachung von Grass durch die Stasi gibt unter anderem ein Artikel bei WELT Online: “Grass spielt eine dunkle, unheilvolle Rolle”, wird dort beispielsweise ein Major Salatzki zitiert. Weiter heißt es: “In der DDR suche der Schriftsteller ‘Autoren und Texte und nimmt alles weg, was einigermaßen gut ist und er bekommen kann, um sich damit in der BRD aufzuwerten’. Im Westen habe Grass unter Kollegen keine Freunde mehr und sei ‘völlig isoliert’.”

Kai Schlüter: “Günter Grass im Visier – Die Stasi-Akte”, Christoph Links Verlag, ca. 300 Seiten, 20 s/w-Abbildungen, Erscheinungstermin laut Verlag März 2010, Preis voraussichtlich 24,90 Euro (ISBN: 978-3-86153-567-6)

Quelle/Bild: Christoph Links Verlag
(ENDE) geschichtspuls/13.01.2010/mar

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    1. [...] Stasi-Akte von Günter Grass erscheint als Buch | GeschichtsPuls geschichtspuls.de/art1424-stasi-akte-guenter-grass-als-buch – view page – cached In der DDR galt der Schriftsteller Günter Grass als Gegner des Sozialismus. Wegen Provokation begann die DDR-Staatssicherheit im August 1961 eine Akte über ihn anzulegen. Zuvor hatte der Dichter in einem offenen Brief an den Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht hetzerisch den Bau der Berliner Mauer verurteilt. Nun soll Grass’ Stasi-Akte noch im März 2010 als Buch erscheinen. [...]

    2. Ich habe mich privat schon das ein oder andere Mal mit der damaligen Zeit beschäftigt und auch schon einmal einen Einblick in Stasi-Akten erhalten. Daher bin ich sehr gespannt auf die Akte eines für uns doch sehr bedeutenden Schriftstellers!

    3. Hallo Leser!

      Günter Grass ist einer der meist überschätzten Autoren. Grummelnd kritisiert er Deutschland und verschweigt über Jahrzehnte seine Mitgliedschaft in der SS. Jahrelang hält er Abstand zur Springerpresse und tut so, als nähme er gegenüber der BIld-Zeitung eine kritische Position ein, nur um sich dann im für ihn günstigsten Moment doch auf eine Art Versöhnungsgespräch mit deren Chefredakteur einzulassen und dabei seinen längst verstorbenen Weggefährten und Nobelpreisträger Heinrich Böll ordentlich mit reinzureiten.

      Der Mann will nur sich selbst und seine Bücher verkaufen – mit Erfolg! Die Stasi scheint zumindest gut beobachtet zu haben: “In der DDR suche der Schriftsteller ‘Autoren und Texte und nimmt alles weg, was einigermaßen gut ist und er bekommen kann, um sich damit in der BRD aufzuwerten.’” Den Nobelpreis hat er damit erarbeitet und zu den meist zitierten Deutschen gehört er auch! Fleiß und Beharrlichkeit zahlen sich eben aus. Dazu ein Slogan von einem Plattencover der Fehlfarben: “Millionen Fernsehzuschauer können nicht irren.”

      Herzlichst!

    4. Meine Meinung ist, sich heute eine Meinung über Menschen zu machen, ist einfach nicht rechtens. Schliesslich haben die Leute, die Grass derzeit kritisieren, nicht diese Zeit in Deutschland miterlebt. Ihnen fehlt einfach auch nur irgendeine Grundlage, auf der Grass zu verurteilen wäre. Wie hätte man sich in jener Zeit selber verhalten? Das ist alles hypothetisch und daher finde ich die ganze Diskussion überflüssig

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