Geschichtsaufarbeitung

BND: Wirbel um Vernichtung historischer Akten mit NS-Bezug

Kurz notiert: Beim Bundesnachrichtendienst (BND) wurden 2007 die Personalunterlagen von rund 250 hauptamtlichen Mitarbeitern vernichtet, wie die vom Geheimdienst selbst berufene Historikerkommission berichtet. Darunter fänden sich auch Akten zu Personen, die während der NS-Zeit wichtigere Positionen bekleideten. Ob mit der Vernichtung die damals schon angekündigte Aufarbeitung der BND-Gründungsgeschichte behindert werden sollte, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten.

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Bei der Historikerkommission selbst glaubt man nicht an eine gezielte Vernichtung der Akten von NS-belasteten Mitarbeitern. So wird zumindest der Kommissionssprecher und Dresdner Professor für Zeitgeschichte, Klaus-Dietmar Henke, unter anderem auf tagesschau.de und bei der Süddeutschen Zeitung zitiert. Gleichwohl lässt sich der Verdacht nicht einfach von der Hand weisen, dass BND-Mitarbeiter damit den Aufklärungskurs ihres Präsidenten Ernst Uhlau gezielt behindern wollten. So weist man bei Spiegel Online darauf hin, dass die Historikerkommission zum Zeitpunkt der Aktenvernichtung zwar noch nicht bestellt war, jedoch Uhrlaus Pläne zur Aufarbeitung der braunen Wurzeln des BND schon bekannt waren. Und dass das Geschichtsprojekt bei manchen BND-Mitarbeitern auf wenig Zustimmung stoße, sei kein Geheimnis.

Beim Bundesnachrichtendienst selbst heißt es, dass der angesprochene Sachverhalt seit September 2011 Gegenstand umfangreicher Recherchen im Rahmen der Aufarbeitung der Archivbestände ist. Die vernichteten Personalakten im Umfang von ca. zwei Prozent des für das Geschichtsprojekt relevanten Bestandes seien seinerzeit als nicht archivwürdig eingestuft worden. Aus heutiger historiographischer Sicht sei der Bestandsverlust gleichwohl bedauerlich und ärgerlich. Eine abschließende Bewertung und Einordnung des Vorgangs werde aber voraussichtlich erst im Zuge weiterer Fortschritte im Projektverlauf geleistet werden können. (siehe hierzu auch: Geschichtsaufarbeitung beim BND)

Quelle: Spiegel Online
(Ende) geschichtspuls/30.11.2011/mar

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