Europas Vergangenheit als Geschichte seiner Ströme

Neues Web-Angebot: “Geschichte im Fluss”

Flüsse nicht als trennende Barriere zwischen Staaten und Herrschaftsstrukturen, sondern als verbindendes Element grenzüberschreitender Kulturregionen – diesen Ansatz verfolgt die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in ihrem neuen Online-Dossier zur Geschichte der großen europäischen Ströme. Darin werden die Flüsse als grenzüberschreitende Erinnerungsorte zu Botschaftern Europas – und einem “Gegengift zur Renationalisierung der Erinnerung in Europa”.

Screenshot Geschichte im Fluss
Neues Internetprojekt: Geschichte im Fluss (Screenshot)

Europas Grenzen sind bis heute die Grenzen seiner Nationalstaaten. Nicht selten verlaufen diese Grenzen wie an Rhein, Oder, Donau und Memel entlang der großen europäischen Flüsse. Die Elbe bildete einst sogar die innerdeutsche Grenze. Bis heute hält sich deshalb das Bild von Flüssen als “natürliche” Grenzen. Diese nationale Zuschreibung ist eine Hinterlassenschaft des 19. und 20. Jahrhunderts.

Einen anderen Blick auf die europäischen Ströme wirft das neue Onlinedossier “Geschichte im Fluss. Flüsse als europäische Erinnerungsorte” von der Bundeszentrale für politische Bildung: Rhein, Oder, Memel, Elbe, Donau und Weichsel haben in ihrer Geschichte auch gemeinsame Räume hervorgebracht, haben Kulturlandschaften zu beiden Seiten ihrer Ufer zusammengehalten. Flüsse bilden also nicht nur Grenzen, sie überwinden sie auch.

Im Rahmen des neuen Online-Angebotes schildern bislang 26 Historiker und Journalisten aus sieben Ländern ihre Perspektive der europäischen Ströme. Die historische Reise geht entlang des Rheins, der Memel und der Oder. Drei interaktive Karten, Fakten, wechselnde Zitate prominenter Persönlichkeiten zu den Flüssen und ein Video-Interview mit dem Historiker Andreas Kossert ergänzen die Textbeiträge. Die Berliner Fotografin Inka Schwand hat die Flüsse und das Leben entlang ihrer Ufer fotografisch begleitet. 2013 sollen weitere Beiträge zu Elbe, Donau und Weichsel folgen.

“Gerade die großen Ströme Europas motivieren zu einer komplexeren Perspektive”, erläutert bpb-Präsident Thomas Krüger die Motivation für die übergreifende Betrachtungsweise der europäischen Geschichte. “Der nur nationale Blick auf ihre Geschichte und Gegenwart wird ihnen nicht gerecht. Als grenzüberschreitende Erinnerungsorte können sie die besten Botschafter Europas sein. Und ein Gegengift zur Renationalisierung der Erinnerung in Europa.”

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung
(Ende) geschichtspuls/03.09.2012/mar

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