Ende eines rechten Wallfahrtortes

Grab von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß aufgelöst

Kurz notiert: Sein Grab im bayrischen Wunsiedel war eine Pilgerstätte der Neonazis. Dort verehrten sie den früheren Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß als einen Märtyrer – sehr zum Unmut der ortsansässigen Bevölkerung. Doch nun wurde das umstrittene Grab aufgelöst, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

In den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen war Rudolf Heß zu lebenslanger Haft verurteilt worden. 1987 beging er schließlich im Gefängnis Berlin-Spandau Selbstmord. In seinem Testament äußerte er den Wunsch, in Wunsiedel begraben zu werden – in dem Ort, in dem auch seine Eltern ihre letzte Ruhestätte gefunden hatten. Die evangelische Kirchengemeinde in Wunsiedel stimmt nach einigem Zögern zu, da sie den letzten Willen eines Verstorbenen nicht missachten wollten. In den folgenden Jahren wurde das Grab schnell zu einem Wallfahrtsort der rechten Szene. Zu Hunderten versammelten sie sich jeweils am 17. August, dem Todestag von Rudolf Heß, zu einem Gedenkmarsch in Wunsiedel. (Erst seit 2005 gelang es der Stadt, die Aufmärsche durch eine Änderung des Versammlungsrechtes zu unterbinden.)

Mit dem Auslaufen des Grabstätten-Pachtvertrages zum Oktober 2011 hat die Friedhofsverwaltung nun ihre Genehmigung für die Heß’sche Ruhestätte zurückgezogen, wie die Süddeutsche Zeitung meldet. Nach anfänglichem Protest hätten aber auch die Erben einer Exhumierung der Gebeine von Rudolf Heß zugestimmt. Nach ihrem Willen sollen die sterblichen Überreste nun zunächst eingeäschert und anschließend auf offenem Meer verstreut werden.

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Quelle: siehe Links
(Ende) geschichtspuls/21.07.2011/mar

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