TV-Doku: “Das Schweigen der Quandts” (Arte)

Kurzfristiger TV-Tipp: Heute Abend (12. November 2008) ist auf Arte um 21.45 Uhr abermals die Dokumentation “Das Schweigen der Quandts” zu sehen (Wiederholungen: 15. November 2008 um 14.50 Uhr). Alternativ gibt es die 90minütige Langfassung (wenn auch nicht gerade Bildschirm füllend) im Google-Videochannel…

Zum Hintergrund der Dokumenation hatte ich mich bereits im vergangenen Jahr im Vorgänger-Blog des GeschichtsPuls’ ausgelassen:

Quandt-Familie will NS-Zeit aufarbeiten

Überraschung zu später Stunde: Am 30. September 2007 sendete die ARD kurz vor Mitternacht die Dokumentation “Das Schweigen der Quandts”. Hierin schilderten Eric Friedler und Barbara Siebert, wie sehr der “Wehrwirtschaftsführer” Günther Quandt, Stammvater der Unternehmerfamilie, während des Dritten Reiches in die Zwangsarbeit verstrickt war. Fünf Jahre hatten die beiden NDR-Autoren für den Film recherchiert, in dem sie auch zahlreiche Zeitzeugen über das Schicksal der Zwangsarbeiter im Quandtschen Afa-Werk zu Wort kommen ließen.


Knapp 1,3 Millionen Zuschauer sahen die Dokumentation über die unter anderem an BMW und Altana beteiligte Familie Quandt – das entsprach einem beeindruckenden Marktanteil von 13,5 Prozent. Und das, obwohl die ARD die Sendung weder in Programmzeitschriften angekündigt noch anderweitig beworben hatte. Möglicherweise wollte man so verhindern, dass die Familie Quandt die Ausstrahlung gerichtlich stoppen lässt. Im Sender erinnert man sich sicherlich noch gut daran, wie das Unternehmen Grünenthal einen Spielfilm über den Conterganskandals verhindern wollte.

Ende des Schweigens

Ob nun zu Recht unangekündigt oder nicht, die Dokumentation zeigte auf jeden Fall Wirkung. In einer gemeinsamen Erklärung von Susanne Klatten, Gabriele Quandt-Langenscheidt, Sven Quandt und Stefan Quandt heißt es: “Die Vorwürfe, die in der ARD-Dokumentation gegen unsere Familie erhoben werden, haben uns bewegt. Wir erkennen, dass die Jahre 1933 bis 1945 in unserer Geschichte als deutsche Unternehmerfamilie noch nicht ausreichend aufgearbeitet sind. Wir sind uns als Familie einig, dass wir mit diesem Teil unserer Geschichte offen und verantwortungsvoll umgehen wollen.”

Als eine der letzten bedeutenden Unternehmerdynastien wollen sich nun also auch die Quandts ihrer Vergangenheit stellen. Einem eigens beauftragten Historiker wolle dazu man Akten und Dokumente aus den Familienarchiven zur Verfügung stellen. Die Ergebnisse werde man der Öffentlichkeit vorlegen.

Eine Zusammenfassung der Dokumentation und der NS-Verstrickungen der Quandts lässt sich bei Spiegel Online nachlesen. Einen Überblick über die Geschichte der Quandt-Familie und ihrer Beteiligungen gibt’s bei wikipedia.de.

(geschichtskombinat – 08.10.2007)

Artikel zum Thema:
Quandt-Preis: Stiller Abgang der Juroren

Quelle: siehe Links, Hinweis via Robert
(ENDE) geschichtspuls/12.11.2008/mar

Blaetter fuer Genossenschaftsgeschichte
(Ein neues Angebot aus dem GeschichtsPuls-Netzwerk)


    RSS-Grafik
    Fanden Sie diesen Artikel interessant? Dann abonnieren Sie doch den GeschichtsPuls-Feed. So werden Sie immer mit den aktuellen GeschichtsPuls-Beiträgen versorgt. (Was ist RSS?)

    Und was sagen Sie dazu...?

    2 Kommentare
    Eigenen Kommentar verfassen »

    1. Sch…, verpasst. Da muss ich wohl für Samstag mal den DVD-Recorder programmieren…

    2. [...] Schweigen der Quandts” hatte ich 2007 schon mal was geschrieben – und es später beim GeschichtsPuls noch mal aufgegriffen.) (Ende) [...]

    Einen Kommentar hinterlassen

    RSS-Grafik
    Sie wollen die Diskussion verfolgen? Abonnieren Sie den RSS-Kommentar-Feed...
    (Was ist RSS?)