Kreative Zerstörer: FTD-Serie zu außergewöhnlichen Unternehmern

Zerstörung
Zerstörung alter Geschäftsmodelle
durch innovative Weiterentwicklung

Die Wirtschaft braucht Unternehmer, die die Märkte mit ihren Innovationen immer wieder von neuem in Bewegung setzen. Diesen “kreativen Zerstörern”, die den Marktführern ihre Position streitig machen und ganze Märkte umkrempeln, widmet die Financial Times Deutschland (FTD) seit dem 1. Dezember 2008 eine besondere Serie.

In mehr als 40 Porträts erzählt die Zeitung bis Anfang Februar 2009 täglich die Geschichte eines außergewöhnlichen Unternehmers und seiner Ideen. Die Leser erfahren, wie es den Akteuren gelungen ist, ihre Innovationen trotz Widerständen marktfähig zu machen. Den Auftakt machte ein Porträt von Ralf Däinghaus, der mit seiner Versandapotheke DocMorris den Apothekenmarkt revolutioniert hat. Weitere Porträts beschäftigen sich zum Beispiel mit Peter Kowalsky, dessen Bionade anfangs von vielen belächelt wurde, mit Günther Fielmann, der innerhalb weniger Jahre zum Brillen-Marktführer in Europa aufgestiegen ist, oder mit den Gründern von Media-Markt.


“Die ‘kreativen Zerstörer’ zeigen, wie viel Entrepreneure mit innovativen Ideen, organisatorischem Geschick und Mut zum Risiko erreichen können”, sagt Dr. Nikolaus Förster, Ressortleiter Agenda der FTD. “Die Porträtserie zeichnet ein überraschendes, facettenreiches Bild der jüngsten Wirtschaftsgeschichte Deutschlands.” Zum Abschluss veranstaltet die FTD im März 2009 in Berlin eine Konferenz mit renommierten Innovationsforschern und “kreativen Zerstörern”. Ebenfalls 2009 wird auch noch ein Buch zur FTD-Serie erscheinen (“Kreative Zerstörer der deutschen Wirtschaft – Wie Ideen Märkte verändern”).

Mehr zur FTD-Serie gibt’s im Internet unter ftd.de/zerstoerer

Studenten sind darüber hinaus zur Teilnahme an einem Video-Wettbewerb aufgerufen. Die Aufgabe besteht darin, innerhalb von 100 Sekunden den Begriff der “kreativen Zerstörung” zu erklären. Die Beiträge können bis zum 31. Januar 2009 per E-Mail an zerstoerer [at] ftd.de geschickt werden. Anlehnen können sie sich dabei beim österreichischen Ökonomen Joseph Schumpeter (1883-1950), der für diese Dynamik den Begriff der “schöpferischen Zerstörung” geprägt hat. In seinem 1942 veröffentlichtem Buch Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie schrieb er dazu (auszugsweise Zitate):

“Die Eröffnung neuer, fremder oder einheimischer Märkte und die organisatorische Entwicklung vom Handwerksbetrieb und der Fabrik zu solchen Konzernen wie der U.S.-Steel illustrieren den gleichen Prozess einer industriellen Mutation – wenn ich diesen biologischen Ausdruck verwenden darf –, der unaufhörlich die Wirtschaftsstruktur ‘von innen heraus’ revolutioniert, unaufhörlich die alte Struktur zerstört und unaufhörlich eine neue schafft.”

“Dieser Prozess der ’schöpferischen Zerstörung’ ist das für den Kapitalismus wesentliche Faktum. Darin besteht der Kapitalismus und darin muss auch jedes kapitalistische Gebilde leben.”

“Diese Revolutionen sind nicht eigentlich ununterbrochen; sie treten in unsteten Stößen auf, die voneinander durch Spannungen verhältnismäßiger Ruhe getrennt sind.”

“Der Prozess als ganzer verläuft jedoch ununterbrochen – in dem Sinne, dass immer entweder Revolution oder Absorption der Ergebnisse der Revolution im Gange ist; beides zusammen bildet das, was als Konjunkturzyklus bekannt ist.”

Mehr zum Thema:
Vom Rhythmus des Fortschritts (FTD Online)
Der Preis des wirtschaftlichen Fortschritts (FTD Online)
Doc-Morris-Gründer Ralf Däinghaus: Der Apotheker-Schreck (FAZ.net)
Karrierewege: “Immer lieber in die Kneipe gegangen” (Ralf Däinghaus) (ZEIT Online)
Joseph Schumpeter und die schöpferische Zerstörrung (ZEIT Online)
Zwischen Größenwahn und Selbstzweifeln: Die Schumpeter-Biografie (Deutschlandradio)
Schumpeter-Archiv – Werke, Briefe, Bibliografien

Quelle: ftd, zudem siehe Links
Bild: aboutpixel.de (c) eyeofsamara
(ENDE) geschichtspuls/02.12.2008/mar

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    1. Also den Begriff “kreative Zerstörer” finde ich zu negativ. In einer Gesellschaft wie der unseren kommt es nun einmal auf den stetigen Wandel und die Neuentwicklung an. Wer da ständig von “Zerstörung” redet, der redet Weiterentwicklungen schlecht. Und gerade aus diesen wachsen doch wieder neue Märkte, neue Chancen! Deshalb sollte man diesen Begriff viellicht relativieren, da er m. E. doch noch recht negativ behaftet ist.

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