20 Jahre, 20 Orte: rbb-Special zum Mauerfall-Jubiläum

20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer präsentiert der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) jetzt das multimediale Projekt “20 Jahre, 20 Orte”. Hierzu stellt der Sender 20 Orte in Berlin und Brandenburg vor, die sich seit der Wende besonders verändert und dabei oft völlig anders als erwartet entwickelt haben.

ANZEIGE


So berichtet beispielsweise ein inzwischen verheiratetes Paar von den Anfängen ihrer Ost-West-Liebe, die allabendlich am Tränenpalast ihre vorübergehende Trennung erlebte. Ein Mann, der im Prenzlauer Berg geboren ist, erzählt, was die “Yuppisierung” aus “seinem” Kiez gemacht hat. Eine Pfarrerin der Gethsemanekirche schildert die Repressalien, die in der Vorwendezeit zu erdulden waren. Ein Pfarrer von heute wiederum erzählt im Interview von den Gemeindezuwächsen. Und eine Zeitzeugin aus der ehemaligen Exklave Steinstücken berichtet aus der Zeit, als man den kleinen Ort vor West-Berlin nur mit dem Hubschrauber verlassen konnte.

Die Wendeorte beim rbb: 20 Jahre, 20 Orte.

Auch verschiedene Prominente wie Wolfgang Thierse, Star-Friseur Udo Walz und die Literaturkritikerin Iris Radisch kommen zu Wort und schildern die Veränderungen “ihrer” Orte. Mit dabei ist auch unser (neu-prominenter) “Andi Leser”, dem ein oder anderen vielleicht schon durch die Werbung in der Seitenleiste für sein Buch “Hinz- und Kurzgeschichten” vertraut. Er schildert seine Sicht auf “Sta(h)linstadt” (a.k.a. Eisenhüttenstadt), über welche er sich ansonsten auch auf seinem Logbuch Sta(h)linstadt (“Regionalnachrichten, die sonst keiner bringt”) auslässt.

“Satellitenhüttenstadt ist eine geplante Stadt, am Reißbrett entstanden, auf Anweisung von Ganzoben. Auf dem Reißbrett, also in der Draufsicht, mag sie gleichmäßig und harmonisch erscheinen, doch die Draufsicht ist die Perspektive eines über den Dingen stehenden Gottes. Aus der Innenansicht, also der menschlichen Perspektive, wirkt sie langweilig und ungemütlich. Alles hier steht im rechten Winkel zueinander: Die Straßen, die Häuserblocks, die Rasenflächen vor den Häuserblocks, die Wäscheleinen innerhalb der Rasenflächen und selbst die Fußwege um die Rasenflächen herum. Wenn es viereckig blühende Blumen und kubisch wachsende Bäume geben würde, hätten die Architekten, diese teuflischen Demiurgen, auch diese für Satellitenhüttenstadt verwandt.”

(Auszug aus “Stahlwerk Orange” – aus “Hinz- und Kurzgeschichten” von Andi Leser)

Hinz- und Kurzgeschichten Andi Leser
ANZEIGE


Quelle: rbb
(ENDE) geschichtspuls/02.11.2009/mar

Blaetter fuer Genossenschaftsgeschichte
(Ein neues Angebot aus dem GeschichtsPuls-Netzwerk)


    RSS-Grafik
    Fanden Sie diesen Artikel interessant? Dann abonnieren Sie doch den GeschichtsPuls-Feed. So werden Sie immer mit den aktuellen GeschichtsPuls-Beiträgen versorgt. (Was ist RSS?)

    Und was sagen Sie dazu...?

    5 Kommentare
    Eigenen Kommentar verfassen »

    1. [...] auf seinem Geschichtsblog durch dieses Dickicht geschlagen hat. Als Einstiegsort wählen wir Eisenhüttenstadt. Als eigenen Zusatz fügen wir lediglich drei Ausstellungen aus dem Berliner Raum hinzu, die auf [...]

    2. Lieber Herr Brendel vom Geschichtspuls,

      haben Sie vielen Dank für den Hinweis zum RBB-Online-Special “20 Jahre, 20 Orte” und den Verweis auf das Logbuch Stahlinstadt sowie meine Person. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

      Seit langer Zeit, eigentlich seit dem Startschuss schon, bin ich ein Fan ihres Blog-Magazins, da es aus dem unkrautigen Wildwuchs der Blogosphäre herausragt und sich davon wohltuend unterscheidet. Es ist Ihnen gelungen, durch das mehrspaltige Layout und die sachlich fundierten Textbausteine ein informatives Journal zu erschaffen. Die Bezeichnung “Blog-Magazin” trifft die Sache ganz gut, denn mit dem bloßen “Blog” assoziiere ich eher subjektive und schlecht recherchierte Meinungsmache (will mich selbst dabei nicht ausschließen, das bringt das Medium so mit sich).

      Ich wünsche Ihnen viele begeisterte und kommentierfreudige Leser sowie ständig neue Themen. Machen Sie weiter so!

      Mit besten Grüßen
      Andi Leser
      ~
      Andi Leser twittert morgen Luft: http://twitter.com/andileser

    3. Andi, Andi, warum nur so förmlich… aber ich bin zutiefst gerührt :-)

    4. Mensch Marvin!

      Jetzt lässte mich durch dein Duzen auffliegen. Sollte doch keiner erfahren, dass wir uns so gut kennen, weil das sonst so ausschaut, als würden wir uns gegenseitig die Leser zuspielen. Na nu isses passiert.

      Meine Lobhudelei war ernst gemeint. Könnt ihr mir gern glauben, liebe Pulsleser!

    5. Also liebe Leser, Ihr habt es aus berufenem Munde eines der kommenden Must-have-im-Bücherregal-Autoren gehört… :-)

    Einen Kommentar hinterlassen

    RSS-Grafik
    Sie wollen die Diskussion verfolgen? Abonnieren Sie den RSS-Kommentar-Feed...
    (Was ist RSS?)