Denkmalausstellung

Berlin: Streit um Lenins Kopf

By | 21. August 2014

Kurz notiert: In Berlin gibt es mal wieder Streit um die Reste einer alten Lenin-Statue. Der Kopf des im November 1991 im Stadtteil Friedrichshain abgebauten und im Wald von Berlin-Köpenick vergrabenen Denkmals sollte eigentlich für eine neue Dauerausstellung genutzt werden. Doch inzwischen mauert die Stadtverwaltung – sehr zum Unverständnis mancher Beteiligter.
Nachtrag vom 22. September 2014: Der Berliner Lenin-Kopf wird nun doch ausgegraben. Das hat eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bestätigt, wie die FAZ berichtet.
Bereits seit einigen Jahren ist Lenins Kopf für die Dauerausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ vorgesehen. Das Großexponat aus ukrainischem Granit soll die Epoche Ostberlin von 1945 bis 1989 symbolisieren. In dem Zusammenhang haben sich die Ausstellungsmacher das Objekt daher auch schon 2009 offiziell beim Landesdenkmalamt reservieren lassen. Doch nun hat sich der Berliner Senat gegen eine Verwendung des Lenin-Kopfes ausgesprochen – eine Entscheidung, die bei Abgeordneten und Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirates der Ausstellung auf Unverständnis stößt.
„Der Lenin-Kopf hat im aktuellen Ausstellungskonzept einen wichtigen Stellenwert“, erklärte beispielsweise Alexander Koch, Präsident des Deutschen Historischen Museums, in der „Berliner Zeitung“. „Ich wünschte, dass die Verantwortlichen die gebotenen Chancen einer Präsentation des Lenin-Kopfes sähen.“ Doch nach Ansicht der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, der auch das Landesdenkmalamt untersteht, sei eine Bergung des Kopfes zu aufwendig – auch, weil man dessen genaue Lage in der Sandgrube nicht kenne. Ein Argument, dass Ausstellungsleiterin Andrea Theissen nicht nachvollziehen kann. Schließlich gebe es eine Lageskizze und zahlreiche Fotos von der Einlagerung.

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Quelle: siehe Links
(Ende) geschichtspuls/20.08.2014/mar