Emigrationswelle
Deutsche in Amerika: 300 Jahre Massenauswanderung in die USA
![]() Piefke in Amerika… |
Vor 300 Jahren war die Region zwischen Landau und Neuwied Schauplatz der ersten deutschen Massenauswanderung in das koloniale Nordamerika. Rund 13.000 Menschen flüchteten 1709 nach einem Hungerwinter aufgrund von Missernten, Kriegsverwüstungen und hoher Besteuerung nach England, in der Hoffnung, in den englischen Kolonien eine neue Heimat zu finden. Insgesamt wanderten vom späten 17. Jahrhundert bis zur heutigen Zeit weit über eine halbe Million Menschen aus dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz nach Nordamerika aus. Kaum eine andere Region Mitteleuropas hat eine im Verhältnis zu ihrer Bevölkerung gleich hohe Auswanderungsquote aufzuweisen.
Die meisten der Auswanderer siedelten in Pennsylvania, wo sie gemeinsam mit zahlreichen später Ankommenden aus dem pfälzischen Raum das größte deutschsprachige Ansiedlungsgebiet im kolonialen Amerika gründeten. Wenig verwunderlich, dass “Palatine”, das englische Wort für Pfälzer, lange Zeit als Synonym für alle Einwanderer aus deutschen Landen galt. Ebenso erstaunt es nicht, dass der pfälzische Dialekt die wesentliche Grundlage für das Pennsylvanisch-Deutsch bildete – die einzige europäische Sprache, die neben Englisch und Spanisch seit über zwei Jahrhunderten in den USA gesprochen wird.
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Aus Anlass des 300. Jahrestages des Beginns der ersten deutschen Massenauswanderung nach Nordamerika hat die Atlantische Akademie Rheinland-Pfalz eine Veranstaltungsreihe zusammengestellt. Sie umfasst unter anderem zwei Fachtagungen in Kaiserslautern (Pfälzer in Amerika, 12.-13. Juni 2009) und Mainz (Cross-Cultural Contacts and Conflicts, 7.-10 Oktober 2009), eine zwölfteilige Vortragsreihe sowie eine Ausstellung. Letztere ist vom 29. April bis 2. August 2009 in Kaiserslautern (Theodor-Zink-Museum) sowie vom 24. August bis 11. Oktober 2009 im Museum Alzey zu sehen.
Das Gesamtprospekt für die Veranstaltungsreihe gibt es bei der Atlantischen Akademie: Aufbruch nach Amerika. 1709-2009 – 300 Jahre Massenauswanderung aus Rheinland-Pfalz (.pdf-Datei). Passend dazu ist auch bereits Band 16 der Atlantischen Texte erschienen: Die Auswanderung nach Nordamerika (108 Seiten, 5,00 Euro)
Mehr zur Auswanderung nach Amerika:
Ausstellung: 300 Jahre Auswanderung nach Amerika (Yahoo News)
Hollandgänger, Amerika-Auswanderer, Heringsfänger (Hintergründe zur deutschen Auswanderung mit zahlreichen zeitgenössischen Schilderungen und Bildern)
Good Bye Bayern, Grüß Gott Amerika (Amerika-Auswanderung in Bayern – Web-Präsentation des Hauses der Bayrischen Geschichte mit zahlreichen weiteren Links)
The Germans in America (The Library of Congress)
Deutsch-Pennsylvanisches Privatarchiv (Mehr zum Pennsylvaniadeutsch)
Deutsche Auswanderer-Datenbank (Historisches Museum Bremerhaven)
Datenbank zu ausgewanderten Vorfahren (Brigham Young-Universität – interessant besonders für Genealogen)
Quelle: Atlantische Akademie Rheinland-Pfalz, Universität Mainz
Bild: Referat Kultur der Stadt Kaiserslautern
(ENDE) geschichtspuls/05.05.2009/mar
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Hallo, mein Name ist Marvin Brendel. Ich bin selbstständiger (Wirtschafts-)Historiker und arbeite vor allem im Bereich 


Zur Ausstellung ist ein Begleitband erschienen.
Marlene Jochem (Hrsg.): Aufbruch nach Amerika 1709-2009: 300 Jahre Massenauswanderung aus Rheinland-Pfalz, Kaiserslautern 2009 (Schriftenreihe des Theodor-Zink-Museums, Heft 17), ISBN 978-3-936036-25-1. Das reich bebilderte Werk kostet ca. 14 Euro.
Beiträge:
Grußwort (Ministerpräsident Kurt Beck) 5
Zu Ausstellung und Begleitband: (Marlene Jochem, Eva Heller-Karneth, Rainer Karneth) 7
Die deutsche und rheinland-pfälzische Nordamerikaauswanderung im 18. und 19. Jahrhundert. Ein Überblick (Helmut Schmahl) 9
„…in der edlen Illusion, doch noch eine feste Schanze der Freiheit gerettet zu haben!“ Politisch motivierte Auswanderung aus Deutschland und dem heutigen Rheinland-Pfalz im 19. Jahrhundert (Steffen Wiegmann) 37
Vom Westerwald nach Milwaukee. Die Auswanderung Heinrich Georgs im Jahr 1852 (Cornelius Neutsch) 42
Auswanderungsagenten (Barbara Schuttpelz) 49
Die jüdische Emigration in die USA nach 1933 am Beispiel der Pfalz (Roland Paul) 55
„Die Ersten litten große Not, die meisten Zweiten holte ein früher Tod und erst die Dritten fanden Brot“. Das Bild des pfälzischen Auswanderers in der landeskundlichen Literatur von 1850 bis heute (Sarah A. Sternal) 63
Narrhalla-Marsch in der Neuen Welt (Matthias Dietz-Lenssen) 73
Die Auswanderung aus Nachkriegsdeutschland (Alexander Freund) 81
Zur Geschichte und Zukunft des Pennsylvaniadeutschen in den USA (Michael Werner) 93
Lebensbilder:
Samuel Adler (1809–1891) und Felix Adler (1851–1933) (Gerhard Holzer) 100
August Belmont (1813 Alzey – 1890 New York) (Gerhard Holzer) 103
Carl David Weber (1814–1881), ein bedeutender Pfälzer im amerikanischen Westen (Roland Paul) 107
Konrad Krez (1828–1897) (Michael Martin) 109
Julius Dauber (1831–1879), ein Rückwanderer (Roland Paul) 110
Sebastian Walter (1848 –1922): Pionier des Emaillierhandwerks in Amerika und Wohltäter seiner Heimatgemeinde (Helmut Schmahl) 112
Thomas Nast (1849–1903) (Michael Martin) 116
Auswahlbibliografie 119
Autorenverzeichnis 126
Impressum 128
Danke für die Ergänzung.
Moin Marvin!
Jakob oder Wilhelm Grimm schreibt in seinem Vorwort zu den Grimmschen Hausmärchen (1857), dass zu ihren begeisterten Lesern auch deutsche Auswanderer in Pennsylvania gehörten:
“Wo noch gesicherte, herkömmliche Ordnung und Sitte des Lebens herrscht, dauern sie (die Sagen und Märchen) fort: die besten habe ich von Bauern vernommen, und ich weiß, dass dies Buch von ihnen mit der größten Freude ist gelesen, ja im eigentlichen Sinne vergriffen worden; selbst bei den schon lange dem Vaterland entfremdeten Deutschen in Pennsylvanien hat sich noch Empfänglichkeit dafür gezeigt.”
Es bleibt noch darauf hinzuweisen, dass es dank der Wikipedia auf Pennsylvania Dutch (http://pdc.wikipedia.org/wiki/Haaptblatt) den Sprechern dieser Sprache auch heute noch möglich ist, ihre “Muddersprooch” und Kultur weiterzugeben und zu konservieren.
“Sprache ist Heimat.” (Wilhelm von Humboldt)
Die Sprache ist Heimat macht einen Sinn in vollem Umfang im Jahr 2006, als ich meine Familie in Chicago besucht habe. Die einzige Person, die in der Lage war, meine Muttersprache zu sprechen, war mein Großvater Vetter. Er war nicht fließend, aber es war über 55 Jahre her, seit er zuletzt sprach. Es war ein sehr sentimentaler Moment.
schöner Artikel! Jeder 10 Amerikaner hat deutsche Wurzeln, schon gewusst?
DIeses Thema fasziniert mich. Ich habe auch Vorfahren die ausgewandert waren. Leider hatten meine Eltern nie den Kontakt gesucht. Freunde von mir sind ausgewandert und versuchen ihre Kultur und die Sprache zu erhalten. Auch den Kontakt zur “alten Heimat”. Wer weiss, zu was das gut ist?
Interessant wäre doch mal die Frage, wie es den nachfolgenden Generationen in Amerika erging. Und ob auch heute noch deutsche Traditionen in diesen Familien zu finden sind.