Ford Deutschland: 40 Millionen Fahrzeuge seit 1926

Bei Ford Deutschland konnte man am Freitag, 5. Februar 2010, einen Meilenstein feiern: Am Nachmittag lief im Kölner Stammwerk das 40-millionste Fahrzeug in der Geschichte der Ford-Werke GmbH vom Band. Das Jubiläumsfahrzeug, ein fünftüriger Ford Fiesta, ist für einen Kunden in Berlin bestimmt. Symbolhaft wird damit eine Brücke von Köln nach Berlin zu den Wurzeln des Unternehmens in Deutschland geschlagen.

Ford Modell T, 1925
Modell T (Tin Lizzy), 1925

Aus aktuellem Anlass gibt es heute einen kleinen Rückblick auf die Geschichte von Ford Deutschland: Am 18. August 1925 wurde in Berlin die Ford Motor Company Aktiengesellschaft mit einem Kapital von fünf Millionen Reichsmark in das Handelsregister eingetragen. Um Importzölle auf die fertigen Autos zu sparen, richtete das Unternehmen in gemieteten Hallen am Berliner Westhafen eine Montageproduktion für das legendäre T-Modell (“Tin Lizzie”/Blechliesel – siehe auch: 100 Jahre Ford “Tin Lizzy”) ein. Dazu setzten die ersten deutschen Ford-Mitarbeiter am Fließband noch vorgefertigte Teile zusammen, die aus den USA per Schiff eintrafen.

1930 gelang es dem damaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer den Unternehmensgründer Henry Ford I. von den Standortvorteilen am Rhein zu überzeugen – und sich im Standortwettkampf gegen Frankfurt/Main, Magdeburg und Neuss durchzusetzen. Schon ein Jahr später – am 4. Mai 1931 – lief im Kölner Norden der erste Ford “Made in Cologne” vom Band: ein Lastwagen, der anschließend zur Werberundfahrt durch Deutschland startet. In den Folgejahren produzierten rund 1.200 Ford-Mitarbeiter auf 33.000 Quadratmeter zunächst 60 Fahrzeuge pro Tag. Darunter war schon bald das so genannte A-Modell – eine Weiterentwicklung der legendären “Tin Lizzie”.

Ford: Produktion im Berliner Westhafen, 1925
Ford-Montage im
Berliner Westhafen, 1925
Grundsteinlegung für das Ford-Werk Köln, 1930
Grundsteinlegung in Köln, 1930
Ford-Produktion in Köln, 1964
Produktion in Köln, 1964

Mit dem Beginn des II. Weltkrieges entschied die nationalsozialistische Regierung, welche Fahrzeuge in Köln vom Band liefen. Es kam zur Umstellung von der PKW- auf die LKW-Produktion, um Fahrzeuge für den Krieg bereit zu stellen – auch mit Hilfe von Fremd- und Zwangsarbeitern aus den von der Deutschen Wehrmacht besetzen Gebieten. Im Herbst 1944 wurden die Ford-Werke von alliierten Bomben getroffen. Im März 1945 beschoss zudem deutsche Artillerie die inzwischen von den US-Streitkräften besetzten Produktionshallen und richtete beträchtliche Schäden an.

Nach dem Krieg wurden 1946 trotz Energie- und Materialengpässen bereits knapp 4.700 Lastwagen produziert. Zudem gab es zum Ende des Jahres mit 188 Ford-Händlern wieder eine neue Verkaufsorganisation. In den 1950er und 60er Jahren profitierte der Autokonzern vom deutschen Wirtschaftswunder. 1958 baute Ford erstmals mehr als 100.000 Autos in einem Jahr – und schon damals war gut die Hälfte davon für den Export bestimmt. Nachdem das Unternehmen bereits Gastarbeiter aus dem ehemaligen Jugoslawien und aus Italien eingestellt hatte, warb Ford ab 1961 als erstes deutsches Unternehmen auch Arbeitsmigranten in der Türkei an. 1972 erreichte die Beschäftigung türkischer Mitarbeiter mit über 12.000 ihren Höhepunkt.

Produktionsbeginn im Ford-Werk Saarlouis – erster Ford Escort, 1970
Produktionsanlauf in
Saarlouis, 1970

Expansion im Saarland

Als Ergänzung für den Standort Köln – und das 1964 eröffnete Werk in Genk/Belgien – wurde 1966 der Grundstein für ein weiteres Ford-Werk in Saarlouis gelegt. Zwei Jahre später begann im Presswerk die Produktion von Karosserieteilen. Am 16. Januar 1970 rollte schließlich der erste Ford Escort I – in Anlehnung an den schmalen Kühlergrill auch liebevoll “Hundeknochen” genannt – vom Montage-Band. Seitdem wurden alleine in Saarlouis fast zwölf Millionen Fahrzeuge produziert.

Im Zuge der Deutschen Wiedervereinigung und des Einheitsbooms übertraf der Gesamtverkauf der Ford-Werke AG 1991 erstmals die Millionenmarke. Zuvor war bereits 1989 der insgesamt 20-millionste Ford aus deutscher Produktion vom Band gelaufen.

Der 40-millionste Ford aus Deutschland
Der 40-millionste Ford aus
Deutschland, 2010

Ford Deutschland heute

Heute gehört die Ford-Werke GmbH mit ihren deutschen Standorten in Köln und Saarlouis zu den führenden Automobilherstellern in Deutschland. Alleine in Köln beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben über 17.000 Mitarbeiter aus mehr als 50 Nationen, in Saarlouis sind es weitere 6.500. Beide Fahrzeugwerke sind auf eine Jahreskapazität von jeweils 400.000 Fahrzeugen ausgelegt. Mit der Fertigungsstätte im belgischen Genk baut das Unternehmen jährlich über eine Million Autos. Davon werden heute rund 80 Prozent in über 60 Länder exportiert.

Quelle/Bilder: Ford Werke GmbH
(ENDE) geschichtspuls/08.02.2010/mar

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    2 Kommentare
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    1. Ich suche ganz dringend aus der aktuellen TV Werbung den Interpreten und den Titel der Werbemusik (Instrumental).
      Danke.

    2. Ford bleibt Top! Das zu schaffen ist eine Mega-Vision die umgesetzt wurde! Respekt! Heutzutage bekommen die Menschen nicht mehr so schnell in den Wirtschaftshimmel, Etage Wolke 7 mit Ihrem Erfolg!

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