Unesco-Welterbe

Hamburg: Speicherstadt und Kontorhausviertel jetzt Welterbe

Das Unesco-Welterbekomitee hat die Hamburger Speicherstadt und das Kontorhausviertel mit dem Chilehaus in seine Welterbe-Liste aufgenommen. Zur Begründung heißt es, dass die beiden monofunktionalen, aber sich ergänzenden Gebäudeensemble auf einzigartige Weise die Folgen des rasanten internationalen Handelswachstums im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert symbolisieren. Für Hamburg ist es das erste Welterbe.

Brücken in der Hamburger SpeicherstadtTypischer Kanal in der Hamburger Speicherstadt
(Bild: www.mediaserver.hamburg.de/Ingo Bölter)

Speicherstadt & Kontorhausviertel

Bis heute ist die zwischen 1885 bis 1927 erbaute “Stadt aus Speichern” mit ihrem Verbindungsnetz aus Straßen, Kanälen und Brücken nahezu unverändert erhalten. Sie wurde auf Eichenpfählen in drei Bauabschnitten auf einer Inselgruppe in der Elbe errichtet und besteht aus 15 großen Lagerhäusern mit rotem Backstein in neogotischer Architektur.

Das benachbarte Kontorhausviertel steht mit seinem Design und seiner funktionellen Konstruktion für moderne Architektur und Städtebau. Die Bürohäuser für hafenrelevante Nutzungen bildeten Anfang des 20. Jahrhunderts das erste reine Büroviertel in Europa. Architektonisch bedeutsam ist vor allem das von Fritz Höger errichtete Chilehaus, das mit seiner spitz zulaufenden Form an einen Schiffsbug erinnert. 2.800 Fenster und 4,8 Millionen Backsteine wurden in dem Gebäude verbaut. Es gilt auch heute noch als Ikone des Klinkerexpressionismus.

Welterbe nach 15 Jahren

Der Entscheidung des Welterbekomitees ging ein langjähriger Entscheidungsprozess voraus. Bereits seit 1999 steht das Chilehaus auf der Vorschlagsliste Deutschlands zur Anerkennung als Unesco-Welterbe. 2007 wurde die Bewerbung um die Speicherstadt und das Kontorhausviertel erweitert. Im Februar 2014 wurde der deutsche Antrag in Paris beim Welterbekomitee eingereicht.

Mit der offiziellen Überreichung der Unesco-Urkunde an die Freie und Hansestadt Hamburg über den Welterbe-Status ist allerdings erst in gut einem Jahr zu rechnen. Auch danach wird Hamburg über einen extra eingesetzten Koordinator im kontinuierlichen Austausch mit der Unesco bleiben. Zudem hat sich die Stadt verpflichtet, vor Ort ein Welterbe-Informations-Zentrum zur Vermittlung einzurichten und zu betreiben.

Weiterführende Informationen:


Quelle: Unesco, Stadt Hamburg
(Ende) geschichtspuls/06.07.2015/mar

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