Schatzfund in England – Archäologen warnen deutsche Hobbyschatzsucher
1. Oktober 2009 | Kategorie: Aus der Nachbarschaft, aktuell | Tags: Archäologie, England, Goldschatz, Metalldetektor, Schatzsuche, Staffordshire, Terry Herbert
Die Begeisterung über den Fund eines sensationellen Goldschatzes durch den englischen Hobby-Schatzsucher Terry Herbert wird von Archäologen und Denkmalpflegern nicht geteilt. Sie kritisieren, dass Herbert den Schatz zum größten Teil auf eigene Faust ausgegraben, und nicht sofort die zuständige Landesarchäologie verständigt hat.
“Das ist der Albtraum eines jeden Archäologen”, so Dr. Christian Möller, Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte. Leuten wie dem Finder Terry Herbert ginge es nicht um Geschichte, sondern nur um kurzfristigen persönlichen Gewinn – sei dies nun Geld oder das berauschende Erlebnis der Entdeckung. Raubgräberei und die Suche mit Metalldetektoren sei ein riesiges Problem in der Archäologie.
Die Archäologen weisen daher dringend darauf hin, dass dies in Deutschland verboten sei. “Die Rechtslage ist eindeutig, es drohen zurecht hohe Strafen”, so die Expertin für Kulturgutschutz, Dr. Susanne Heun. Bei der Suche mit Metalldetektoren werden die entscheidenden Fundzusammenhänge zerstört; die Rekonstruktion von Geschichte sei dann nicht mehr möglich. Dass der neue Fund aus der Grafschaft Staffordshire wichtiger sein könne als das sorgfältig ausgegrabene Königsgrab von Sutton Hoo aus ungefähr derselben Zeit sei daher “absoluter Unsinn”.
Zudem gingen die Funde aus Raubrabungen oft in den Handel oder würden in Schubladen verschwinden. “Einzelne entziehen damit ihrer Gesellschaft das kulturelle Erbe”, kritisiert Möller. Solches Tun sei Diebstahl am Allgemeingut.
Mehr zum englischen Goldschatz von Staffordshire:
England: Arbeitsloser Hobby-Archäologe findet riesigen Goldschatz (Spiegel Online)
Arbeitsloser findet den Schatz der Angelsachsen (tagesschau.de)
The Staffordshire Hoard (engl. Seite zum Goldschatz)
SZ-Serie: Geschichten von Schatzsuchern (Süddeutsche Zeitung)
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte
(ENDE) geschichtspuls/01.10.2009/mar

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Typische Spiesser Reaktion der deutschen Archäologen und “Denmalschützer”. Daran sieht man mal wieder, dass England im Gegensatz zu Deutschland Demokratie auch praktiziert. Allein das Wort “Raubgräber” welches gerne von Archäologen benutzt wird, ist schon eine Frechheit und unterstellt jedem Geschichtsforscher verbrecherische Absichten. “Raub” bezeichnet in der Rechtsprechung jemandem etwas weg zu nehmen unter Gewaltanwendung. Solche Ansichten sind nicht zeitgemäß und gehören allenfalls in totalitäre Regime. Mit dieser einschlägigen Meinung verbauen sich Archäologen und Denkmalschützer wertvolle Kooperationsmöglichkeiten. Diese Arroganz führt genau zu den bekannten “Himmelsscheiben-Szenarien”.