Zweiter Weltkrieg

DVD: “Kriegsgefangen! Bilder aus dem Lager Hemer”

Am 14. April 1945 befreiten amerikanische Truppen das Kriegsgefangenenlager Stalag VI A im sauerländischen Hemer. 65 Jahre danach will der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) an das in der deutschen Geschichtserinnerung lange verdrängte Kapitel der Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter im “Dritten Reich” erinnern. Dazu wurde jetzt in Zusammenarbeit mit dem Verein für Hemeraner Zeitgeschichte die DVD “Kriegsgefangen! Bilder aus dem Lager Hemer” veröffentlicht.

DVD: Kriegsgefangen – Bilder aus dem Lager Hemer Anlass für die mit einem umfangreichen Begleitheft versehene DVD-Edition ist die Eröffnung der neuen Informations- und Gedenkstätte Stalag VI A. Sie ist seit Ende März im Stadtarchiv Hemer auf dem Gelände der Landesgartenschau zu sehen. Hauptelement der DVD sind Filmaufnahmen des Wachsoldaten Hugo Filbrich, der 1940/1941 im Lager Hemer stationiert war. Seine Bilder zeigen den zeitgenössischen Blick eines deutschen Soldaten auf die Zustände im Lager. Sie dokumentieren aber nicht die ganze Wirklichkeit des Lebens und Leidens der Kriegsgefangenen, sondern nur die vergleichsweise harmlose Lagersituation der Jahre 1940/41.

In der DVD-Edition wird der 40-minütige Hauptfilm mit den Aufnahmen Filbrichs um zwei kurze Filme aus neu entdecktem Filmmaterial ergänzt. Der erste Zusatzfilm zeigt Aufnahmen des Militärarztes Dr. Alfred Bauer. Diese sind ebenfalls um 1940/41 in Hemer entstanden und belegen somit eine ähnliche Lagersituation wie Filbrichs Filme. Erweitert wird diese deutsche Perspektive durch amerikanisches Filmmaterial, das Kameraleute der US-Army unmittelbar nach der Befreiung der Lager im April 1945 drehten.

“Darauf zu sehen sind bedrückende Bilder aus vermeintlichen ‘concentration camps’, bei denen es sich allerdings nachweislich um Kriegsgefangenenlager des damaligen Wehrkreises VI handelte: das Zweiglager Wesuwe im Emsland, das Stalag 326 in Stukenbrock-Senne sowie das Stalag VI F in Münster”, erklärt Dr. Markus Köster, Leiter des LWL-Medienzentrums für Westfalen. Damit liefere insbesondere dieser Kurzfilm eine wichtige neue Sicht auf die Kriegsgefangenenlager des “Dritten Reiches”.

DVD: “Kriegsgefangen! Bilder aus dem Lager Hemer”, Spielzeit ca. 52 Minuten (Hauptfilm und zwei Zusatzfilme), Schwarz-Weiß und Farbe, Preis 14,90 Euro, Bezug über das LWL-Medienzentrum für Westfalen in Münster.

Hintergrund: Das Stammlager VI A Hemer

Weit über 200.000 Kriegsgefangene waren von September 1939 bis April 1945 dem Lager Hemer unterstellt. Damit zählte es laut LWL zu den größten Lagern im Deutschen Reich. Mehr zum Lager Hemer gibt es unter anderem auf der Begleitschrift-Webseite für die Gedenkstätte Stalag VI A Hemer sowie auf ns-gedenkstätten.de oder wikipedia.

Quelle/Bild: LWL
(Ende) geschichtspuls/13.04.2010/mar

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    1. Vielen Dank für diesen wertvollen Hinweis. Ich bin sehr an der Geschichte des 2 Weltkriegs interessiert. Kriegsgefangenschaft ist eines der großen Themen, über die ich bisher noch keine Dokumentation gesehen habe. Für alle, die sich ebenfalls für den 2. Weltkrieg mit all seinen Facetten interessieren kann ich folgende zwei Dokumentationen empfehlen: “Kriegskinder”: http://www.mdr.de/kriegskinder/ und “Hungerwinter”: http://www.daserste.de/hungerwinter/

      Viele Grüße
      Ina Frank

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