Fauler Rechner

100. Geburtstag von Computerpionier Konrad Zuse

Kurz notiert: Vor einhundert Jahren, am 22. Juni 1910, wurde in Berlin-Wilmersdorf der Erfinder des Computers geboren – Konrad Zuse. “Ich war zu faul zum Rechnen”, schilderte er später ein wenig selbstironisch den Anstoß für seine Erfindertätigkeit. Schon während seines ersten Jobs in den Henschel-Flugzeugwerken in Berlin-Adlershof habe er sich gefragt, “warum nicht eine vollautomatische Maschine den Ingenieuren die Sklavenarbeit des Rechnens abnehmen [kann]?”

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1936 kündigte Zuse seine Stelle bei Henschel und begann im elterlichen Wohnzimmer mit der Entwicklung des ersten Computers der Welt. Bis 1938 entstand hier mit der Z1 die erste mechanische Rechenmaschine der Welt, die auf der binären Schaltungslogik basierte. 1941 folgte die Z3 als erster programmgesteuerter Rechner. Anschließend entwickelte Zuse die Programmiersprache “Plankalkül”. 1947 machte er sich zunächst mit einem Ingenieurbüro im Allgäu selbstständig und gründete 1949 im hessischen Neukirchen die Zuse KG. Dort stieg der Computerpionier 1964 als aktiver Teilhaber aus – einige Jahre später wurde das Unternehmen von Siemens übernommen. Zuse war Träger zahlreicher Ehrendoktortitel. Seine Verdienste um die Erfindung des Computers sind – trotz ihrem Bezug zur kriegsrelevanten NS-Forschung – heute international anerkannt.

Mehr zu Konrad Zuse und seinem Schaffen:
Konrad-Zuse-Beitrag bei wikipedia
Konrad-Zuse-Internet-Archiv
100 Jahre Konrad Zuse: Tüfteln für den Endsieg (ZEIT Online)
Konrad Zuse: Herr der Riesenrechner (Der Tagesspiegel)
100 Jahre Zuse: Der Computer, eine deutsche Erfindung (Spiegel Online)

Der 100. Geburtstag von Konrad Zuse, der 1995 mit 85 Jahren im hessischen Hünfeld starb, ist von Juni bis November Anlass für etliche Veranstaltungen. Sonderausstellungen gibt es im Deutschen Technikmuseum in Berlin, dem Deutschen Museum in München, dem Konrad-Zuse-Museum Hünfeld, dem Konrad-Zuse-Computermuseum Hoyerswerda und dem Heinz-Nixdorf-Museumsforum Paderborn. Veranstaltungen von Fachverbänden wie der Gesellschaft für Informatik und von Universitäten im In- und Ausland ergänzen das Jubiläumsprogramm. Weitere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.zuse.de >> Zuse-Jahr 2010.

Quelle: Bitkom, zudem siehe Links
(Ende) geschichtspuls/22.06.2010/mar

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