Historikerkommission korrigiert Opferzahl der Bombenangriffe auf Dresden

35.000 Tote – so hoch wurde die Zahl der Opfer bei den alliierten Luftangriffen auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945 bislang geschätzt. Doch hier muss die Geschichtsschreibung offenbar deutlich korrigiert werden. Eine Historikerkommission kommt nun zu dem Ergebnis, dass bei den Bombenangriffen “maximal 25.000 Menschen” ums Leben kamen. Es gebe “keine Beweise oder belastbare Indizien” dafür, dass sich diese Zahl noch wesentlich verändern könnte, heißt es in einem Zwischenbericht. Bisher seien im Ergebnis der statistisch-geographischen Analyse 18.000 Dresdner Luftkriegstote nachgewiesen. Bis zum Jahresende werden noch weitere Quellen untersucht, um eine endgültige Opferzahl feststellen zu können.

Nachtrag vom 18. März 2010: In ihrem Abschlussbericht hat die Historikerkommission ihre Einschätzung von maximal 25.000 Bombenopfern im Februar 1945 bestätigt. Mehr zu den Erkenntnissen der Expertenkommission gibt es hier…


Darüber hinaus schließen die Experten bereits jetzt den oftmals unterstellten Tod zehntausender auswärtiger Flüchtlinge aus. Man habe keine Anhaltspunkte dafür gefunden, dass in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar eine große Anzahl von Menschen “rückstandslos verbrannt” sei. Die Mehrzahl der Opfer sei von einstürzenden Mauern erschlagen worden oder in Luftschutzkellern erstickt. Diese Keller seien im Nachhinein jedoch sorgfältig geräumt worden. Zudem hat die Historikerkommission Belege dafür gefunden, dass von den Dresdner Behörden auch auswärtige Luftkriegstote erfasst worden sind.

Der Zwischenbericht zeigt den momentanen Arbeitsstand des 2009 auslaufenden Rechercheprojektes, der zugleich auf dem 47. Historikertag in Dresden unter den Fachleuten diskutiert wird. Seit Ende 2004 haben die Historikerkommission, Archivare und Geschichtswissenschaftler über 800 laufende Archivmeter relevanten Quellenmaterials erschlossen und eingehend untersucht. Eingeschlossen wurden auch statistisch-geographische Analysen, Untersuchungen zu Tieffliegerangriffen, Bergungsabläufen und Analysen feuerwehrtechnischer sowie archäologischer Inhalte.

Mehr zum Thema:
Zwischenbericht der Dresdner Historikerkommission (.pdf-Datei)
Hintergründe zur Historikerkommission (.pdf-Datei)
Die schwierige Suche nach der Zahl X (Spiegel-Interview mit Rolf-Dieter Müller von der Historikerkommission)
Experten: 25.000 Luftkriegstote in Dresden (mdr.de)

Quelle: siehe Links
(ENDE) geschichtspuls/02.10.2008/mar

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    17 Kommentare
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    1. Ich habe eine Dokumentation vorliegen “Die Zahl der Dresdner Luftkriegsopfer vom Februar 1945″, herausgegeben von der Historiker-Kommsission Dresden.
      Ich begreife nicht, wie immer wieder solche Lügen, die von den Engländern und Amerikanern ständig wiederholt werden, von unseren Historikern übernommen und verbreitet werden.
      Ich selbst habe die Angriffe auf Dresden miterlebt. Warum werden keine Zeitzeugen befragt?
      Im ersten Angriff nach 22.00 Uhr wurden die Markierungen gesetzt (Tannenbäume), eine davon landete im Innenhof unseres Hauses Haydnstr. 31. Sofort danach wurden Brandbomben geworfen, eine traf unser Haus. Unsere Mutter ist mit uns drei Kindern noch während des Angriffs aus dem Haus geflohen. Sie ist auf dem kürzesten Weg Richtung Osten aus der Stadt gegangen. In einem Vorort haben uns die Anwohner ins Haus geholt. Dort erlebten wir den zweiten Angriff, bei dem mit Sprengbomben alles gezielt bombardiert wurde, was die Brandbomben nicht getroffen hatten.
      Am folgenden Tage haben wir uns auf den Weg gemacht, um im weiten Bogen um das zerstörte Dresden herum zu unseren Großeltern in Somsdorf (südlich von Freital) zu gelangen. Dieser Marsch war eine Tortur, weil sich erstens lange Kolonnen von Menschen auf den Straßen bewegten, zweitens ständig Tiefflieger über diese Menschen hinwegbrausten und sie beschossen (In der genannten Artikel wird dies bestritten). Bei jedem Schrei “Flieger” haben wir uns in den Straßengraben geworfen und sind glücklicherweise nicht getroffen worden. Aber wir sahen die Leichen, die es nicht in den Graben geschafft hatten.
      Viele Bewohner der Innenstadt haben sich nach den beiden Nachtangriffen in den Großen Garten begeben, um dort das Schlimmste abzuwarten. Sie wurden von Bordschützen im Tiefflug hingemetzelt. Auf gleiche Weise wurden die Menschen, die sich auf die Elbwiesen vor den Flammen der brennenden Häuser geflüchtet hatten, mit Bordwaffen beschossen.
      Dann reden die Historiker von Luftkämpfen über Dresden. Die haben nie stattgefunden, weil es keine deutsche Luftwaffe mehr gab.
      Aus unserer Familie waren 8 Personen mit der Bahn aus Ostpreußen am Vorabend der Angriffe in Dresden angekommen. Sie blieben im Zug, weil es am nächsten Tag weitergehen sollte. Am Abend riefen sie noch bei unseren Großeltern an. Sie sind im Hauptbahnhof ums Leben gekommen. Es waren Züge mit tausenden von Flüchtlingen aus dem Osten in Dresden an dem Abend. Keiner hat überlebt.
      Die von den Historikern behaupteten 25.000 (jetzt korrigiert 35.000) Toten werden weitübertroffen. Man kann getrost noch eine Null anhängen und das ist noch knapp gerechnet.
      Sind etwa nur die gezählt worden, die ihre Verwandten nach den Angriffen gesucht haben? Was ist mit denen, die nicht mehr suchen konnten, weil sie selbst mit der ganzen Familie umgekommen sind?
      Nicht die Historiker (die haben das nicht selbst erlebt), nur die Zeitzeugen können sagen, was wirklich geschah.
      Vielleicht gibt es ja mal Leute, die den Mut haben, sich gegen die durchzusetzen, die ein Interesse an der Verniedlichung des grausamen Geschehens haben.
      F. Müller

    2. Maximal 25.000 sollen also umgekommen sein…ich denke mal eher das man noch eine null anhängen könnte.

      Im Hamburger Feuersturm sind ja schon 40.000 Opfer umgekommen, die Mehrzahl Frauen und Kinder.

      Ich schätze mal das es eher so mindestens um die 100.000 Tote gegeben hat, vielleicht sogar mehr, so wie in Tokio.

      Deutsche Verbrechen werden überhöht, deutsche Opferzahlen dagegen niedrig gerechnet…der Sieger schreibt die Geschichte.

    3. Ich frage mich, wie das funktionieren soll, dass “nur” 25.000 Menschen bei den Luftangriffen auf Dresden umgekommen sein sollen, wenn eine ganze vollgepfropfte Innenstadt zerbombt wurde. Tut mir leid, aber dafür habe ich keinerlei Verständnis. Wer ein bisschen Ahnung von Gutachten hat, der weiß, dass diese immer recht positiv für den Gutachter ausfallen. Diese Historikerkommission wurde von der Stadt Dresden eingesetzt, um so wörtlich “den Nazis den Wind aus dem Segel zu nehmen.” Ich persönlich halte es für äußerst fragwürdig, dass Opferzahlen herunterkorrigiert werden für politische Zwecke, egal wie hehr die Ziele auch sein mögen.
      Ich verurteile es, dass die Opfer des Bombenterrors heutzutage für faschistische Propaganda herhalten müssen. Aber noch verabscheunswürdiger finde ich die Praxis, Opferzahlen zu minimieren.
      Den Rechtsradikalen kann man viel mehr den Wind aus den Segeln nehmen, wenn man zusammen den Opfern gedenkt und gegen Krieg, Faschismus und Bombenterror zusammen demonstriert.
      Je mehr man das Leid der deutschen Opfer im zweiten Weltkrieg unter den Teppich kehrt, umso mehr Argumentationspotential gibt man den Rechtsradikalen damit in die Hand und desto mehr Zulauf bekommen sie. Wahrheit wirkt viel besser gegen politische Extremisten…
      Noch was nebenbei: Denken Sie wirklich, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass es rechtschaffend ist, die braunen Faschisten unter Zuhilfenahme der roten Faschisten zu bekämpfen? Das Gegenteil ist der Fall! Beide politischen Ränder werden durch dieses Handeln unterstützt.
      Mit freundlichen Grüßen…

    4. Dresden 630216 Einwohner per 01.09.1939
      Dresden 368519 Einwohner per 30.04.1945
      Dresden 261697 Einwohner weniger
      Leipzig 707365 Einwohner per 01.09.1939
      Leipzig 581528 Einwohner per 30.04.1945
      Leipzig 125837 Einwohner weniger
      Chemnitz 337646 Einwohner per 17.05.1939
      Chemnitz 243613 Einwohner per 01.12.1945
      Chemnitz 94033 Einwohner weniger

      Diese offiziellen Zahlen belegen , das in Dresden während der Bombenangriffe ca. 125000 Menschen getötet wurden.

    5. @LordVader
      Ich verstehe nicht, das manche Leute überall Verschwörungstheorien sehen müssen. Die beteiligten Historiker riskieren doch auch ihren Ruf, wenn sie sich hier zu falschen Aussagen bewegen lassen würden. Auf rechter Gesinnung basiert Deine Behauptung ja offenbar nicht…

      @Torsten
      wirklich sehr glaubhaft, die von Dir genannten Zahlen [*Ironie aus*] – Wo hast Du diese offiziellen Zahlen denn überhaupt her? Gib doch mal die Quelle an…

    6. @ Lord Helmchen
      Angenommen in Dresden weilten Anfag 1945 ungefähr 700.000 Menschen (ich denke diese Zahl ist ein guter Mittelwert von allen sonstigen verbreiteten Zahlen zwischen 500.000 und 1 mio) und von diesen kamen “lediglich” 25.000 um, dann ist das eine Quote von 3,6 % der Bevölkerung. Das würde bedeuten, dass nur jeder 28. umgekommen ist. Das ist für mich nur schwer vorstellbar, wenn eine ganze Stadt weggebombt wird mit dem Ziel so viel Zivilbevölkerung wie möglich zu treffen (Aussagen von Harris und Churchill). So gut waren die Luftschutzkeller auch wieder nicht, wo ja auch viele umgekommen sein sollen.
      Zu den Historikern müsste noch gesagt werden, dass man für alle Zahlen irgendwelche Indizien finden kann. Für mich steckt da keine Verschwörung dahinter. Es ist praktisch unmöglich jeden Toten nachzuweisen, wie es hier versucht wurde. Die Herangehensweise ist da völlig verfehlt. Da ist es nur verständlich, dass man zu so niedrigen Zahlen kommt. Ich denke, dass die von rechter Seite 300.000 propagierten Toten viel zu hoch veranschlagt wird und die “neue” Zahl von 25.000 zu niedrig. Man war bisher von 35.000 oder etwas mehr ausgegangen… Ich frage mich alles Ernstes, inwiefern da die Notwendigkeit besteht, eine Historikerkommission einzusetzen, wenn nicht, um die Ergebnisse politisch zu nutzen, wie unverhohlen eingeräumt wurde. Und genau das halte ich für schändlich…

    7. Zur Arbeit der Dresdner Historiker- Kommission seien einige Anmerkungen erlaubt: Ihre nun veröffentlichten Angaben zu den Opferzahlen der fürchterlichen Luftschläge auf Dresden pendeln sich offensichtlich zwischen 18 000 und 25 000 ein. Hier drängt sich ein Vergleich mit dem ebenfalls im Februar 1945 weitgehend zerstörten Pforzheim auf. Beide Städte hatten relativ bescheidene Luftschutzmöglichkeiten, was den Ausbau von besonders geschützten Anlagen betrifft. Die Bebauungsdichte in den Innenstädten war vergleichbar. In beiden Fällen entwickelte sich ein Feuersturm. In Pforzheim kam jeder dritte Einwohner ums Leben: Von 60 000 ca. 20 000. Dresden hatte vor dem Krieg ca. 630 000 Einwohner. Hinzu kommen jedoch Hunderttausende Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten, die sich vor der anrückenden Sowjetarmee in Sicherheit bringen wollten. Diese genossen naturgemäß einen noch wesentlich herabgesetzten Luftschutz gegenüber den Einheimischen, da viele sich nur vorrübergehend in Dresden aufhielten und keine feste Bleibe hatten. Die nach Berlin gemeldeten ca. 200 000 Todesopfer nach dem Luftangriff stimmten weitgehend mit den aus späteren sowjetischen Angaben überein, die aus eigenen Untersuchungen gewonnen wurden und höchstwahrscheinlich nicht nationalsozialistischen Propagandazwecken dienen sollten. In einer vorsichtigen, sehr akribischen Untersuchung, kommt der Luftkriegs- Historiker Dr. Wolfgang Schaarschmidt in seiner neuesten Veröffentlichung ( Dresden 1945- Daten-Fakten-Opfer, Ares-Verlag ) auf mindestens 100 000 Todesopfer. Die Ergebnisse der Historiker- Kommission werden in dem Moment nachvollziehbar, wenn man nur die einwandfrei identifizierten Opfer zugrunde legt. Dies dürfte bei annähernd 1000 Grad Celsius in einem flächendeckenden Feuersturm wohl kaum auf alle Opfer zutreffen. Aus diesem Grund kann für viele Dresdner das nun öffentlich präsentierte Resultat der Historiker- Kommission bestenfalls ein Zwischenergebnis, aber noch nicht das Ende der Forschung bedeuten.

    8. [...] (Zuvor hatten die Experten bereits in ihrem Zwischenbericht vom Oktober 2008 die “Maximalzahl” von 25.000 Opfern genannt, was unter anderem auch beim GeschichtsPuls zu einigen kritischen Kommentaren führte.) [...]

    9. Ich war am Wochenende in Dresden, es ist eine wunderschöne Stadt.
      Aber ich war mit einem lachenden und einem weinenden Auge dort.

      Mein Onkel Host Bodewig ist im Alter von 13. Jahren dem Bombanangriff von
      Dresden zum Opfer gefallen. (Verschollen)
      Die Deutsche Dogge der Famillie war im Zwinger ausgestellt….

      Die Familie war ursprünglich nicht in Dresden ansässig, vielmehr flüchte
      die Familie vor den Kriegsangriffen..

      Ich habe noch eine Postkarte von Horst, die Geburtstagsglückwünsche an seine
      Mutter…Datum vom 12.Februar.
      Als die Karte meine Oma erreicht war Horst nicht mehr am Leben.

    10. @ Torsten Matthias in Beitrag #4

      Diese Zahlen belegen nicht die Bombenopferzahlen. Sie enthalten auch alle Einwohner, die generell im Krieg mehr starben, alls neue geboren wurden. Das Sterben kann dabei an der Front, durch Krankheit, im KZ oder wegen Alterschwäche passiert sein. Da 80′000 Wohnungen zerstört wurden, kann man noch einmal einige Menschen dazurechnen, die aus Platzmangel verzogen.

    11. Es ist eine Schande, wie mit den Opfern der Dresdener Bombenangriffe umgegangen wird. Den Holocaust zu leugnen ist strafbar, aber die Verbrechen an den Einwohnern Dresdens zu leugnen, ist erlaubt. Ich bin Zeit- und Augenzeuge vom 12.-13.2.1945, habe die Bombenangriffe er- und überlebt, habe die Tieffliegerangriffe ebenso gesehen, gehört und überstanden. Wer das leugnet macht sich nach meiner Meinung an Geschichtsklitterung strafbar.

    12. Der Kommentar Nr. 11 (Luchs) ist am treffendsten. Ich war am 13.02.45 16 Jahre alt und hatte als DRK-Helfer Nachtdienst auf dem Hauptbahnhof. In den Tagen nach dem Angriff habe ich gesehen wie hunderte von Toten aus dem Bahnhof geholt und zum Altmarkt zur Verbrennung gebracht wurden. Im Bergungsplan der Historikerkommission steht der Hptbhf mit 3 Toten zu Buche. Das ist eine Beleidigung der Opfer. Heute bin ich 85 Jahre alt und komme nicht zur Ruhe. Über meine Erlebnisse zum Angriff habe ich ein Buch geschrieben, mehrere TV-Sender haben darüber berichtet, das Staatsarchiv hat eine Dokumentation angelegt aber die Historikerkommission hat mich nie befragt und in der IG 13. Februar bin ich nie zu Wort gekommen. Der moralische Aufschrei wird lauter und ich hoffe, dass diese sogenannte Historikerkommission ihr Gesicht verliert, bevor der letzte Zeitzeuge verstorben ist. Solange ich noch lebe werde ich nicht ruhen.

    13. Es wäre doch für eine vernünftige Aufarbeitung der Vergangenheit nur ehrlich realistische Opferzahlen
      zu veröffentlichen.
      Sowohl der deutschen Zivilbevölkerung der durch Luftangriffe der Alliierten getöteten,
      wie auch der Toten in den Konzentrationslagern.
      Sieger haben nicht immer Recht
      Verlierer nicht immer Unrecht

    14. Die von der o. g. Historikerkommission herausgegebene Arbeit wird den Geruch eines politisch korrekten Gefälligkeitsgutachtens nicht los. Nicht ganz zu Unrecht: Wer die (in vielen Fragen übereinstimmenden) Aussagen durchaus (noch) vorhandener Zeitzeugen nicht wertet, indem er sich allein auf Akten stützt, von denen jeder wissen muß, daß sie aufgrund der Kriegswirren unvollständig geblieben und nicht zuletzt auch infolge des Verhaltens nachfolgender sowjetischer Besatzer Schaden genommen haben dürften, der darf sich über derlei Klagen nicht wundern. Mein Fazit: Nicht alles, was sich heute unter dem Begriff einer plakativ herausgestellten “Wissenschaftlichkeit” verbirgt, muß man darum auch – im Sinne politischer Unvoreingenommenheit – als seriös bezeichnen.

      Selbst in der DDR war es der Dresdener Bevölkerung noch möglich – wenn auch nur unter Duldung und unter den Argusaugen der Staatssicherheit – der Opfer der verbrecherischen Bombenangriffe mit Kerzen und in Stille zu gedenken. Seit der unsäglichen Weizsäcker-Rede, die nach der Wende das Gedenken erneut politisierte, indem sie die Dresdener schuldig sprach, ist das in der Breite offensichtlich nicht mehr möglich. Opfer aufzurechnen, als ließe sich das eine Verbrechen durch ein anderes relativierend “entschuldigen”, machen immer weniger Leute mit.

    15. In jüngster Zeit ist ein sehr treffender Begriff aufgekommen, der die Zahlenspiele um Opfer (deutsche runter, fremde rauf)

      sehr schön erklärt: Geschichts p o l i t i k.

      Am Ende des fürchterlichsten aller Kriege gab Stalin für die Sowjetunion 9 Millionen Todesopfer an. Inzwischen werden

      Zahlen von 20 bis 30 Millionen gehandelt. Die eifrigsten Verfechter solcher merkwürdiger Transformationen sind ausgerechnet

      Deutsche. Viel Schuld – viel Ehr?

      Wie krank müssen diejenigen sein, die alles daran setzen, die Relationen dermaßen zu verschieben, wie es am anschaulichsten am

      Beispiel Dresden sichtbar wird.

      “The greatest single holocaust by war. “

      Harold Nicolson, brit. Diplomat und Publizist, am 5. Mai 1963 im “Observer” über den Luftangriff

      auf Dresden am 13./14. Febr. 1945.)

      Der damalige Chef des Verteidigungsbereiches Dresden, Matthes, (später Offizier der Bundeswehr) nennt glaubhaft 253.000 Opfer.

      (35.000 vollidentifizierte, 50.000 teilidentifizierte und 168.000, an denen es nichts zu identifizieren gab.)

      Nur – seine Aussagen werden einfach nicht zur Kenntnis genommen.

      Das State Departement nennt zu Dresden 250 000 Tote.

      Noch 1992 gab das Dresdener Rathaus auf Anfrage 200 000 bis 300 000 Todesopfer an. Dieser Realitätssinn wurde ihr mit der Definitionshoheit der neuen Machthaber ausgetrieben. Wer heute fragt, bekommt die von der westdeutschen Politik festgeschriebene Zahl von „ca 22.000“. Um dem ganzen einen seriösen Anstrich zu geben und Zweiflern den Wind aus den Segeln zu nehmen, setzte man schließlich eine „Historikerkommission“ ein. Garant für das Zustandekommen eines Wunschergebnissses war Wolf-Dieter Müller als deren Leiter, bekannt für seine ganz persönliche Auslegung geschichtlicher Ereignisse. (Geschichte wird den tagespolitischen Erfordernissen angepaßt.) Dabei wären die ganzen Verrenkungen unnötig, würde man dazu übergehen, seinen gesunden Menschenverstand zu gebrauchen.

      Am 12. März 1945 kam es auf der Insel Usedom zu einem schlimmen Massaker. Ab 12.00 Uhr mittags luden 642 Bomber etwa eine Stunde lang ihre Bomben auf das Städtchen Swinemünde ab. Am Ende zählte man 23.000 Tote.

      Stellt man nebeneinander: Swinemünde Dresden

      25.000 Einwohner plus 500 000 Einwohner plus

      zahlreiche Flüchtlinge zahllose Flüchtlinge

      642 Bomber 3450 Bomber

      1 Stunde Bombardement 5-6 Stunden Bombardement

      Ergebnis 23.000 Opfer zu 22.000 Opfern (?)

      wird das Absurde an der frisierten Dresdener Opferzahl deutlich.

      >> Das Thema ist noch lange nicht vom Tisch <<

      Das, was wir als wahr glauben MÜSSEN, entspricht nicht der Wahrheit, denn das Wahre ist ohne Zwang. Alle Ideologien und Ismen dienen daher nicht der Wahrheit, sondern der Bevormundung, der Aufrechterhaltung eines bestimmten Bildes zu einem bestimmten Zweck, der denjenigen nützt, die hinter diesen Systemen stehen. Carsten Pötter, Tageskommentare

    16. Ohne die wundervolle Bombardierung von Bomber Harris wäre Nazi-Deutschland nie beendet worden. Und schon wieder leben in Dresden 536.308 Pegida-Nazis. Herr Harris bitte kommen !

    17. Nach einem Bericht des damaligem Polizeipräsidenten von Dresden wurden bis zum 20. März 1945
      202040 Tote geborgen. Nur ca. 30% davon konnten identifiziert werden.
      Wenn heute von 25000 Toten publiziert wird, ist das gelogen und eine Beleidigung der mit dieser Zahl nicht
      genannten Opfer. Warum wird die Öffentlichkeit heute so hinters Licht geführt ?

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