Neuerscheinungen: Berliner Klassik – Großstadtkultur um 1800

Berliner Klassik” – ein Projekt der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften – versucht, die kulturelle Blütezeit Berlins zwischen 1786 und 1815 als genuine Alternative zu Weimar-Jena und als erste und bedeutendste deutsche Großstadtkultur zu rekonstruieren. In einer gleichnamigen Buchreihe sind nun drei Bände zur Berliner Großstadtkultur um 1800 erschienen:


Matthias Hahn: Schauplatz der Moderne, Berlin um 1800 – ein topographischer Wegweiser

Der Band will das großstädtische Berlin um 1800 möglichst facettenreich rekonstruieren. In monographischen Essays werden vergessene oder von der Forschung bisher wenig beachtete Orte und Objekte vorgestellt, kulturhistorisch eingebunden und die intellektuellen Netzwerke aufgezeigt, die eine derartige Kulturblüte ermöglichten. Das Buch bietet vielfältige Möglichkeiten, das Berlin um 1800 neu zu entdecken: Man kann es als Stadt-Lexikon, Berlin-Enzyklopädie, als Reiseführer oder Wegweiser ansehen. Über 50 Orte werden vorgestellt, unter anderem: Akademie der bildenden Künste und mechanischen Wissenschaften, Börse, Bronze-Fabrik Werner & Mieth, Commandantenhaus, Friedrichsbrunnen, Gasthaus zur Goldenen Kugel oder Welpersches Badehaus.

Matthias Hahn: Schauplatz der Moderne, Berlin um 1800 – ein topographischer Wegweiser. 560 Seiten, Hardcover, mit 106 Abbildungen, ISBN 978–3–86525–119–0, 39,80 Euro

Claudia Sedlarz (Hrsg.): “Die Königsstadt”. Berliner urbane Räume um 1800

Der Band geht aus zwei Tagungen hervor, deren Thema die Nutzung, Gestaltung und Wahrnehmung von privatem und öffentlichem Raum in Berlin um 1800 war. Höfische und bürgerliche Interieurs der Zeit werden beschrieben und gefragt, wie sich zeitgenössische Geschmacksvorstellungen und Stile durch soziale Schichten verbreiteten. Denkmalpflegerische Befunde aus Potsdamer Bürgerhäusern und einem Mietshaus in der Schumannstraße werden ebenso vorgestellt wie Festsäle und Wohnräume in den Berliner Schlössern und in Adelspalais.

Das Verhältnis von Stadtraum und öffentlichem Leben wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Wie waren Arbeit, Verkehr, Handel, Freizeitvergnügen im Stadtraum organisiert? Wie verlief die Inszenierung von Königshochzeiten? Und wie sah die Arbeit der Berliner Polizei zur damaligen Zeit aus? Zudem wird auf die Baugeschichte und zeitgenössische Diskussionen um herausragende öffentliche Bauten und Orte eingegangen: das Brandenburger Tor, das neue Börsengebäude, der Tiergarten, die Allee Unter den Linden.

“Die Königsstadt”. Berliner urbane Räume um 1800, Hg. von Claudia Sedlarz, 2008, 398 Seiten, Hardcover, 98 Abb.; ISBN 978-3–932324–48–2, 29,50 Euro


Klaus Gerlach und René Sternke (Hrsg.): Der gesellschaftliche Wandel um 1800 und das Berliner Nationaltheater

Das Berliner Nationaltheater übernahm, nachdem August Wilhelm Iffland 1796 die Direktion übertragen worden war, eine Leitbildfunktion. Iffland professionalisierte das Theater, indem er 1802 ein sehr detailliertes Regelwerk für Schauspieler aufstellte. Gleichzeitig definierte er das Kostüm neu, es sollte keine Maskerade, sondern “äußere Haltung” eines bestimmten Charakters sein. Beide Reformen trugen dazu bei, die Kunstwelt des Theaters von der wirklichen Welt abzugrenzen und die Aufführung wichtiger als den Text werden zu lassen.

Der vorliegende Band geht auf eine Tagung zurück, in deren Mittelpunkt drei Fragenkomplexe standen: Welche Bedeutung hatte das Berliner Nationaltheater (1786–1811) für die Herausbildung einer modernen Bürgerkultur? Welche ästhetischen Konzepte wurden verfolgt und welche Experimente wurden vorgenommen? Wie wurde die Berliner Bühne in der Öffentlichkeit wahrgenommen? Der Band zeigt zudem 23 farbige Abbildungen aus dem ab 1802 erschienenen graphischen Sammelwerk “Kostüme auf dem Königlichen Nationaltheater”.

Der gesellschaftliche Wandel um 1800 und das Berliner Nationaltheater, Hrsg. von Klaus Gerlach unter Mitarbeit von René Sternke, 2009, mit 23 farbigen Abbildungen, 388 Seiten, Hardcover, ISBN 978–3–86525–115–2, 38,00 Euro

Quelle: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
(ENDE) geschichtspuls/13.01.2009/mar

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