Neues Webprojekt

Europeana 1914-1918: Digitales Gedächtnis für den Ersten Weltkrieg

Das Webportal Europeana 1914-1918 – die sicherlich umfassendste europäische Sammlung von Originaldokumenten zum Ersten Weltkrieg – hat pünktlich zum Beginn des Gedenkjahres 2014 offiziell die virtuellen Pforten geöffnet. Es versammelt Hundertausende von Dokumenten aus Archiven, Bibliotheken, Filmarchiven und von Privatpersonen – und das für jeden Interessenten kostenfrei. Mit dem Material können neue Zusammenhänge erforscht und bisher noch unbekannte Geschichten jener Zeit erzählt werden.

Kriegsbilderbuch Erster Weltkrieg – EuropeanaKriegsbilderbuch aus dem Ersten Weltkrieg (1915)

Konkret sind in der Europeana 1914-1918 die digitalen Abbildungen von Fotografien, Landkarten, Tagebüchern, Tageszeitungen, Briefen, Zeichnungen, Büchern, Flugblättern, Schützengrabenzeitungen und vielem anderem mehr zu finden. Lehrer, Historiker, Journalisten, Studenten, Verlage und alle Interessierten sind nun aufgefordert, mit dem angebotenen Material anhand eigener Fragestellungen Neues zu kreieren.

Basis für eigene Arbeiten

“Es ist eine einzigartige Sammlung von teils unbearbeitetem Material – mal selten und besonders wertvoll, mal fragil, aber vor allem kaum bekannt. Wir möchten alle ermutigen – ob Lehrer, Wikipedianer, App-Entwickler – unsere riesige virtuelle Sammlung zu nehmen und neue Inhalte daraus zu erzeugen”, erklärt Europeana-Direktorin Jill Cousins. Nahezu alle Dokumente seien frei verfügbar. Das Ziel sei es, dass die Menschen durch die Auseinandersetzung mit dem vielen neuen Material einen erweiterten Blick auf die Geschichte Europas bekämen.

Ein Geschichtsprojekt vereint Europa

Für das Projekt werden seit 2001 die unterschiedlichsten Materialien zusammengetragen, ausgewählt und digitalisiert. Bislang haben Institutionen und Privatpersonen aus 20 europäischen Ländern zu dieser virtuellen Sammlung beigetragen. Zum offiziellen Start umfasst das Webportal insbesondere:

  • 400.000 Dokumente aus zehn Nationalbibliotheken und von zwei weiteren Partnern in acht Ländern,
  • 660 Stunden Filmmaterial aus 21 europäischen Filmarchiven sowie
  • 90.000 persönliche Dokumente und Erinnerungsstücke, die während zahlreicher Aktionstage in bislang zwölf Ländern digitalisiert wurden.

“Unter den zahlreichen Projekten, die die Bundesregierung zum Gedenkjahr 2014 initiiert und finanziert, ragt dieses digitale Projekt durch seine internationale, grenzüberschreitende Dimension heraus”, bekräftigt Kulturstaatsministerin Monika Grütters zum Start des Portals. Europeana1914-1918.eu illustriere eindrucksvoll, wie die einstige Zerrissenheit Europas heute in Zusammenarbeit münde. Das Europeana-Projekt werde unseren Blick auf die Zeit verändern und damit einen großartigen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis in Europa leisten – über die Gräben der Geschichte hinweg.

Das Projekt im Web: Europeana 1914-1918


Quelle: Europeana Foundation
Bild: Staatsbibliothek zu Berlin
(Ende) geschichtspuls/30.01.2014/mar

Blaetter fuer Genossenschaftsgeschichte
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