Kurt Landauer – der jüdische Präsident des FC Bayern München

Kleiner Nachtrag: Am 28. Juli 1884 – also am Dienstag vor 125 Jahren – wurde Kurt Landauer geboren. Als langjähriger Präsident des FC Bayern Münchens – insgesamt immerhin 18 Jahre – führte er den Verein im Sommer 1932 zum ersten deutschen Meisterschaftstitel. Wenig später kamen die Nationalsozialisten an die Macht. Am 22. März 1933 sah sich Landauer als Sohn jüdischer Kaufmannsleute gezwungen, von seinem Posten als Vereinspräsidenten zurückzutreten.

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Ein halbes Jahr später wurde Landauer direkt nach der Reichspogromnacht am 9. November 1938 von den Nazis verhaftet. Für mehrere Wochen war er im Konzentrationslager Dachau interniert, kam dann aber als ehemaliger Frontkämpfer des Ersten Weltkrieges wieder frei. Am 15. März 1939 emigrierte er in die Schweiz.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kam Kurt Landauer im Juni 1947 zurück nach München. Für die Zeit von 1947 bis 1951 wählte ihn der FC Bayern ein weiteres Mal zum Vereinspräsidenten. Am 21. Dezember 1961 starb Landauer im Alter von 77 Jahren in der bayrischen Landeshauptstadt.

“Ich glaube, es ist wichtig, dass wir Kurt Landauer gedenken in allen Ehren, die er verdient hat”, würdigte Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München, den früheren Präsidenten. Landauer habe “Pionierarbeit geleistet – und das in einer Zeit, die schwierig für den FC Bayern gewesen ist.”

Weitere Informationen zu Kurt Landauer:
Zum 125. Geburtstag: Bayern gedenken Kurt Landauer (FC Bayern München)
In memoriam Kurt Landauer (Lizas Welt)
Die jüdische Vergangenheit des FC Bayern (11 Freunde)
Anstoss: Onkel Kurt und die Bayern (ZEIT Online – Artikel bereits von 2003)
Die Erfolgsgeschichte des “Judenclubs” Bayern München und Kurt Landauer (Schickeria München)
Bayerns jüdischer Meistermacher (einestages.de)
FC Bayern München: Meister ohne Feindbild (sueddeutsche.de)
Zum 125. Geburtstag von Kurt Landauer (Mitschnitte der Gedenkfeier am 28. Juli 2009 im KZ Dachau)

Und zum Thema noch für alle Hertha-Fans: Studie: Hertha B.S.C. in der Nazi-Zeit.

Quelle: FC Bayern München, zudem siehe Links
(ENDE) geschichtspuls/29.07.2009/mar

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