Finanzielle Erblast

US-Investoren klagen auf Rückzahlung deutscher Uralt-Anleihe

Muss die Bundesrepublik Deutschland für die Rückzahlung einer Uralt-Anleihe aus der Zeit der Weimarer Republik aufkommen? Ein US-Berufungsgericht hat jetzt zumindest einer entsprechenden Klage-Forderung amerikanischer Investoren stattgegeben: die Uralt-Verbindlichkeiten – deren Höhe der Anwalt der Kläger mit insgesamt 450 Millionen Dollar (347 Millionen Euro) beziffert – dürfen somit vor dem US-Bezirksgericht Miami eingeklagt werden.

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Konkret geht es um Staatsanleihen, die in den 1920er Jahren vom Deutschen Reich ausgegeben worden waren. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 war ihre Rückzahlung eingestellt worden. Nach Angaben des Kläger-Anwalts argumentiert die Bundesregierung in dem Rechtsstreit damit, dass die Anleihen nach dem Zweiten Weltkrieg größtenteils zurückgezahlt worden seien. Jedoch seien viele Schuldscheine von sowjetischen Soldaten nach der Einnahme Berlins gestohlen worden. Zudem hätten rechtmäßiger Besitzer der Anleihepapiere ihre Ansprüche über einen Beglaubigungsprozess in Deutschland absichern müssen.

Ob die historischen Anleihen heute nicht nur Sammler- sondern auch noch einen realen Geldwert haben, darüber müssen nun die Richter in Florida befinden.

Mehr zum Thema:
Weimarer Republik: US-Investoren dürfen Auszahlung alter Anleihen einklagen (Spiegel Online)
Historische Wertpapiere: Deutschland kommt wegen Hitler-Schulden vor Gericht (ftd.de)
Gerichtsverfahren gegen Deutschland: Hitlers Erblast (sueddeutsche.de)

Quelle: siehe Links (via finanzwertig.de)
(Ende) geschichtspuls/12.08.2010/mar

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    1. Nun Geld regiert die Welt und der Deutsche Michel bezahlt die Welt!
      Zu fragen wäre vielleicht mal ob die VSA endlich die gestohlenen Patente und
      Raubkunst bezahlen würde.
      Und was ist aus dem Deutschen Reichsgold geworden?

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